UN-Flüchtlingskommissar „extrem besorgt“ wegen Krise in Burundi

Nairobi (APA/AFP) - UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hat sich „extrem besorgt“ angesichts von Flüchtlingsströmen im Vorfeld der Präs...

Nairobi (APA/AFP) - UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hat sich „extrem besorgt“ angesichts von Flüchtlingsströmen im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Burundi gezeigt. „Wir dachten, über Flüchtlinge aus Burundi müssten wir nie wieder sprechen, aber leider haben wir erneut eine massive Fluchtbewegung von Burundiern“, sagte Guterres am Mittwoch in Nairobi.

Wegen des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen oppositionelle Demonstranten flohen in den vergangenen Tagen mehr als 35.000 Menschen aus dem kleinen ostafrikanischen Land in die Nachbarstaaten Ruanda, Tansania und Demokratische Republik Kongo.

Die Opposition lehnt die Kandidatur von Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit bei der Wahl am 26. Juni ab. Das Verfassungsgericht erklärte die Kandidatur am Dienstag für rechtens. Laut Guterres flohen bereits mehr als 20.000 Menschen aus Burundi nach Ruanda, zwischen 8.000 und 10.000 Menschen nach Tansania und weitere 4.000 bis 5.000 in den Kongo. In Ruanda berichteten Flüchtlinge, sie seien vor Einschüchterungskampagnen von präsidententreuen Jugendlichen geflohen.

Die Proteste gegen Nkurunziza hatten nach der Bekanntgabe von dessen Kandidatur am 25. April begonnen, seitdem wurden mindestens 14 Menschen getötet. International wächst der Druck auf den Präsidenten, auf die Kandidatur zu verzichten.

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Nkurunziza, ein ehemaliger Rebellenführer der Hutu-Volksgruppe, ist seit 2005 an der Macht. Der 13-jährige Bürgerkrieg zwischen den Hutu und der Minderheit der Tutsi endete erst im darauffolgenden Jahr. Die Vereinten Nationen haben seither große Anstrengungen darauf verwendet, die Kriegsflüchtlinge in ihre Heimat zurückzuführen und zu integrieren. „Wir haben 500.000 burundischen Flüchtlingen geholfen, in Sicherheit und Würde wieder zurückzukehren, und wir haben 200.000 wieder angesiedelt“, sagte Guterres. „Wir dachten, dieses Problem sei vorbei.“

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA530 2015-05-06/17:26


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