Spanien ermittelt weiter wegen Jesuiten-Mords 1989 in El Salvador

Madrid/San Salvador (APA/dpa) - Die spanische Justiz wird die Ermittlungen wegen des Mordes an sechs Jesuiten in El Salvador im Jahr 1989 fo...

Madrid/San Salvador (APA/dpa) - Die spanische Justiz wird die Ermittlungen wegen des Mordes an sechs Jesuiten in El Salvador im Jahr 1989 fortsetzen. Dies bestätigte am Mittwoch der Oberste Gerichtshof in Madrid. Die Zuständigkeit Spaniens war aufgrund einer 2014 verabschiedeten Reform geprüft worden, welche die Befugnisse der Richter bei Menschenrechtsvergehen im Ausland einschränkt und diplomatische Konflikte vermeiden soll.

Demnach darf die spanische Justiz bei Menschenrechtsvergehen im Ausland unter anderem nur noch ermitteln, wenn die mutmaßlichen Täter Spanier oder in Spanien lebende Ausländer sind.

Das Gericht kritisierte die Ermittlungen in El Salvador. Dort habe man die mutmaßlichen Täter, mehrere Ex-Militärs des mittelamerikanischen Landes, vor einer strafrechtlichen Verfolgung schützen wollen. Deswegen werde das spanische Verfahren fortgeführt. Als weiteren Grund nannte das Gericht die spanischen Staatsbürger unter den Opfern.

Bei dem Massaker in der Katholischen Universität von San Salvador in der Nacht des 16. November 1989 hatte ein Kommando der Streitkräfte sechs jesuitische Theologen, eine Haushälterin und deren 15-jährige Tochter ermordet. Fünf der Jesuiten waren Spanier, darunter der Universitätsrektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.


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