Commerzbank plant für heuer Dividende

Frankfurt (APA/dpa/dpa-AFX/Reuters) - Nach einem guten ersten Quartal steigt bei der teilverstaatlichten Commerzbank die Zuversicht auf die ...

Frankfurt (APA/dpa/dpa-AFX/Reuters) - Nach einem guten ersten Quartal steigt bei der teilverstaatlichten Commerzbank die Zuversicht auf die erste Gewinnausschüttung seit 2007. „Für das Geschäftsjahr 2015 planen wir eine Dividende zu zahlen und wollen dafür quartalsweise entsprechende Rückstellungen bilden“, bekräftigte Konzernchef Martin Blessing am Donnerstag in einer Mitteilung.

„Ob es am Ende des Jahres reichen wird, müssen wir abwarten.“

In den ersten drei Monaten reservierte das Frankfurter Institut 57 Mio. Euro für eine mögliche Dividende. Das Tagesgeschäft lief gut, in allen Segmenten stiegen die Erträge. Ihr operatives Ergebnis konnte die Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 685 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Überschuss kletterte von 200 Mio. Euro auf 366 Millionen Euro. Damit bestätigte die Bank vorläufige Zahlen, die sie in der vergangenen Woche veröffentlicht hatte.

Am stärksten legte im ersten Quartal trotz der historisch niedrigen Zinsen das Privatkundengeschäft zu. Die Sparte steigerte ihr operatives Ergebnis um 45 Prozent auf 161 Mio. Euro. Dabei profitierte die Bank von ihrer Offensive im Vermögensverwaltungsgeschäft und von einem weiteren Kundenzuwachs von netto 66.000.

Deutlich besser schnitt auch das Investmentbanking ab. Es profitierte vom regen Handel an den Finanzmärkten und steigerte seinen operativen Gewinn um 40 Prozent auf 300 Mio. Euro. Darin enthalten waren allerdings auch positive Effekte aus der Neubewertung der eigenen Schulden. Leichte Zuwächse von gut einem Prozent gab es im Mittelstandsgeschäft, das mit 345 Mio. Euro weiter größter Gewinnträger bleibt. In Polen legte der Gewinn auch dank Einmaleffekten um knapp 20 Prozent auf 116 Mio. Euro zu.

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Die konzerneigene Bad Bank, in der die Commerzbank ihre abzuwickelnden Geschäfte gebündelt hat, halbierte ihren Verlust auf 86 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr blieb die Commerzbank bei der Prognose, die Kosten mit rund 7 Mrd. Euro stabil halten zu wollen.

Dank dieser durch die Bank guten Entwicklung machte das Institut auch gestiegene Kosten etwa durch die europäische Bankenabgabe und die Belastungen von 200 Mio. Euro aus dem Debakel um die Bad Bank der österreichischen Hypo Alpe Adria wett. Die Commerzbank schrieb im ersten Quartal 2015 die Hälfte seines 400-Millionen-Engagements bei der Hypo-Bad-Bank Heta ab. Die Commerzbank droht mit Klage, sie prüft wie andere Banken auch rechtliche Schritte, wie es in der Vorwoche geheißen hatte.

Die österreichische Regierung in Wien hatte Anfang März beschlossen, die staatliche Heta abzuwickeln und dabei sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen. Damit greifen zuvor gegebene Bürgschaften des finanziell angeschlagenen Bundeslandes Kärnten für Heta-Verbindlichkeiten nicht mehr. Europas Bankenaufseher hatten die betroffenen Institute in der Folge dazu aufgefordert, mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Heta abzuschreiben.

Die Commerzbank bangt aber angesichts zusätzlicher Kosten um ihre Sparziele. „Eine konsequente Umsetzung der Effizienzprogramme ist unerlässlich, um die Kostenbasis auf Jahressicht stabil bei rund 7 Mrd. Euro zu halten“, warnte Finanzvorstand Stephan Engels. Grund für die Sorgen ist die erstmals erhobene europäische Bankenabgabe, die die zweitgrößte deutsche Bank im Vierteljahr 167 Millionen Euro kostete. Der Vorstand hatte Einsparungen zum Dauerthema erklärt, ein konzernweites Kostensenkungsprogramm gibt es aber nicht.

~ ISIN DE000CBK1001 WEB https://www.commerzbank.de/ ~ APA051 2015-05-07/08:17


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