Streit um Millionenerbe in Dornbirn vor dem Ende

Dornbirn (APA) - Ein 45-jähriger Niederländer, der sich als leiblicher Sohn eines 2007 verstorbenen Dornbirner Millionärs sieht, hat vor Ger...

Dornbirn (APA) - Ein 45-jähriger Niederländer, der sich als leiblicher Sohn eines 2007 verstorbenen Dornbirner Millionärs sieht, hat vor Gericht eine weitere Niederlage erlitten. Nach der Exhumierung des Leichnams wurde festgestellt, dass keine Verwandtschaft bestand. Der 45-Jährige bezweifelte aber, dass der Test am richtigen Leichnam durchgeführt wurde. Das Landesgericht Feldkirch schmetterte den Rekurs ab.

Die „Vorarlberger Nachrichten“ („VN“) druckten in ihrer Donnerstagausgabe ein Faksimile des Beschlusses des Landesgerichts Feldkirch vom 5. Mai ab. Darin wird festgehalten, dass dem Rekurs nicht Folge gegeben wird und der Niederländer für die Kosten des Verfahrens aufzukommen hat. Bereits das Bezirksgericht Dornbirn hatte im März den Antrag des 45-Jährigen zurückgewiesen, einen weiteren Abgleich der untersuchten Knochen mit den DNA-Proben der leiblichen Kinder des Exhumierten vorzunehmen.

Ekkehard Bechtold, der Anwalt der Familie des Dornbirners, sieht das Verfahren damit de facto vor dem Ende. „Es bestünde jetzt nur noch die Möglichkeit eines außerordentlichen Revisionsrekurses“, sagte er gegenüber den „VN“. Ein solcher sei aber aussichtslos.

Zur Vorgeschichte: Der Dornbirner verstarb 2007, sein Erbe von mehr als zehn Millionen Euro ging an seinen Sohn und seine Tochter. Seit mehreren Jahren wollte der Holländer nachweisen, dass er ebenfalls ein leiblicher Sohn des Verstorbenen ist. Der „angebliche“ Sohn wurde 1970 in Vorarlberg geboren und wuchs als Adoptivkind in Holland auf. 2008 führte ihn die Suche nach seiner Herkunft nach Vorarlberg. Immer wieder behauptete er vehement, ein Sohn des verstorbenen Dornbirners zu sein, persönliche Recherchen hätten dies ergeben.

Die beiden Kinder des Dornbirners wollten von einem unehelichen Sohn ihres Vaters zu keiner Zeit etwas wissen. Der Niederländer hatte den Sohn gar beschuldigt, ihn mit dem Tod bedroht zu haben, sollte er die Exhumierung weiter vorantreiben. Anfang September vergangenen Jahres wurde dieser vom Landesgericht Feldkirch allerdings aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Es hatte für die angebliche Drohung keine Zeugen gegeben.


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