Österreich startet Wirtschaftsfachschulprojekt in Rumänien

Bukarest (APA) - Die österreichische Botschaft in Bukarest hat diese Woche in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsgymnasium „Costin C. Kirites...

Bukarest (APA) - Die österreichische Botschaft in Bukarest hat diese Woche in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsgymnasium „Costin C. Kiritescu“ und sieben in Rumänien vertretenen Einzelhandelsunternehmen das Pilotprojekt einer dreijährigen Wirtschaftsfachschule lanciert. Der österreichische Wirtschaftsdelegierte Rudolf Lukavsky sieht im Projekt „eine Investition in die rumänische Gesellschaft“.

Hauptmotivation für das Projekt seien „der große Bedarf an qualifizierten Fachkräften“, auch von Seiten österreichischer Firmen, die in Rumänien aktiv sind, sowie die Tatsache, dass „vor allem technisch und wirtschaftlich geschulte Fachkräfte nach Absolvierung der Schule oft nicht über die gewünschten Qualifikationen verfügen“, so Lukavsky im Gespräch mit der APA.

Bei den Partnerfirmen handelt es sich um Billa, C&A, Deichmann, dm Drogeriemarkt, Hervis, Humanic und Kika. Die österreichische Expertise im Bereich der dualen Berufsschulausbildung wird von der österreichischen Botschaft und dem Außenwirtschaftscenter Bukarest vermittelt. „Das Ziel ist, qualifizierte Fachkräfte für in Rumänien aktive österreichische Firmen praxisorientiert auszubilden - mit einer starken Einbindung der Firmen nach Vorbild der Lehrlingsausbildung in Österreich“, erklärte Lukavsky.

Leistungsabhängig können die Schüler Monatsstipendien bis zu 400 Lei (90 Euro) erhalten. Nach dem Abschluss erhalten sie ein europaweit anerkanntes Berufszertifikat. Die Einschreibung beginnt Anfang Juni.

Die Gymnasialdirektorin Loredana Popescu zeigte sich zuversichtlich, dass die Initiative sich als richtige Antwort auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt erweisen werde und hofft, „dass sie zur Steigerung des Vertrauens in berufsbildende Schulen beitragen wird“. In Rumänien haben gerade berufsbildende Schulen besonders stark unter den teilweise gescheiterten Bildungsreformversuchen gelitten. Laut einer aktuellen Studie besuchen derzeit 61,9 Prozent der Oberstufenschüler eine berufsbildende oder technische Schule - deutlich über dem EU-Durchschnitt von etwa 50 Prozent. Demgegenüber bleiben die Investitionen in laufende Fortbildungen und das Bildungswesen allgemein in Rumänien weit unter dem europäischen Durchschnitt.


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