„Vorbild Messi“: Opposition vermisst Visionen für Tirol

Der Opposition fehlte es bei der Schwarz-Grünen Koalition an Stimmung, Emotionen und Visionen. Landeshauptmann Platter wehrte sich gegen das „Schlechtreden“ und zeichnete Tirol als stabiles Land.

Der Tiroler Landtag.
© TT/Rottensteiner

Innsbruck - Die Aktuelle Stunde zum Thema „Wirtschaftsstandort und Wissenschaftsstandort Tirol“ hat am Donnerstag zu einer kontroversiellen Debatte im Landtag geführt. Der Opposition fehlte es bei der Schwarz-Grünen Koalition an Stimmung, Emotionen und Visionen. Sie sprach von einer langweiligen und faden Politik. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) wehrte sich emotional gegen das „Schlechtreden“.

Der stellvertretende SPÖ-Klubobmann, LAbg. Thomas Pupp beschwor gar - offenbar noch beeindruckt vom Champions League-Halbfinale gegen Bayern München am Vorabend - den FC Barcelona als leuchtendes Vorbild für Tirol. Der Verein und vor allem Spielmacher Lionel Messi wären geprägt von einem „Spirit“ und einer „hohen Genialität“. Es handle sich um „mehr als einen Klub“, um den Stolz der ganzen Stadt und ganz Kataloniens.

Platter: „Brauchen Kapitän und Steuermann“

Im Gegenzug dazu würde die Landesregierung keine Emotionen erzeugen und schaffe kein Bewusstsein, wie es die Landespolitik eigentlich könnte. Platter sah er offenbar nicht in der Tradition Messis. „Wir brauchen keinen Feuerwehrhauptmann, sondern einen starken Kapitän und Steuermann“, nahm Pupp Bezug auf Platters Aussage, wonach er nach der „Brandlegung“ in der Kärntner Hypo-Causa den obersten Löscher geben müsse.

Für Liste Fritz-Klubobfrau, LAbg. Andrea Haselwanter-Schneider ist der Standort Tirol am absteigenden Ast. „Alles was gut funktioniert, funktioniert trotz und nicht wegen der Politik der Landesregierung“, meinte sie. Überdies sei Tirol im Wettbewerbsranking der EU-Kommission von Rang 83 im Jahr 2010 auf Platz 111 im Jahr 2013 abgerutscht. Nur Kärnten sei von allen österreichischen Bundesländern noch schlechter platziert.

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„Rendezvous mit der Realität“

FPÖ-Klubchef, LAbg. Rudi Federspiel, mit einer kunterbunten „Innovationskrawatte“ ausgestattet, sah nur „Bremser, Verordner, Verhinderer und Schönredner“ an den Schalthebeln. „Wir sind ein Volk von Neugebauern geworden und nicht von Zuckerbergs“, erklärte er. „impuls tirol“-Klubobmann, LAbg. Hans Lindenberger kritisierte die angebliche Unfähigkeit der Politik, rasch zu entscheiden. Projekte müssten schneller geprüft werden, um Unternehmer nicht zu behindern.

„Von welch einem Land reden sie“, wunderte sich Landeshauptmann Platter über die Redebeiträge der Opposition. Die Liste Fritz nannte er „Schlechtrednerpartei“. Regieren bedeute tagtägliche ein „Rendezvous mit der Realität“. Platter bezeichnete Tirol einmal mehr als ein - im Gegensatz zu anderen - Bundesland mit stabilen Finanzen, das sich deshalb Zukunftsinvestitionen leisten könne. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) etwa tue ihm leid: „Die haben nichts“. Tirol hingegen liege laut Eurostat auf Platz 12 von 272 Regionen. Für die nächsten Wochen kündigte er ein Konjunkturpaket des Landes an.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) meinte, es brauche eine Wirtschaft, in der Kooperation eine Rolle spiele. Es gehe um einen neuen, alternativen Wirtschaftsstandort. Dieser Umbau bedeute nicht Verzicht, sondern Gewinn. (APA)


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