Die höchste Fichte Tirols umarmen

Die Wanderung zur Rottenburg oberhalb von Rotholz ist vor allem für Kinder gut geeignet: Nicht besonders lang, abwechslungsreich und am Ende wartet sogar eine Ruine, die es zu erkunden gilt.

© privat

Von Irene Rapp

Rotholz –In diesen Tagen scheint es in den Tiroler Wäldern zu brennen. Beim genaueren Hinsehen entpuppen sich jedoch die Wolken, die über die Bäume hinwegziehen, als gelber Blütenstaub der Fichten – ein Naturereignis, das nur alle zehn Jahre stattfindet. Apropos Fichte: Der höchste derartige Baum soll oberhalb von Rotholz stehen und bildet ein Highlight des aktuellen Tourentipps.

So kommt man hin: Die heilige Notburga ist dem Tiroler ein Begriff. Die Magd soll u. a. auf der Rottenburg oberhalb von Rotholz Dienst versehen haben. Die nordseitig ausgerichtete Wanderung dorthin – Ausgangspunkt ist der Gasthof Esterhammer in Rotholz, hier findet sich bei einem Brunnen der erste Hinweis auf den Bibelweg – stellt keine Schwierigkeit dar und ist äußerst kurzweilig.

Zunächst marschiert man auf einer Straße an Einfamilienhäusern vorbei bergauf. Bei einem Bildstock auf der rechten Seite geht es auf einem Forstweg weiter, der gut mit einem geländetauglichen Buggy bewältigbar ist.

Entlang dieses Weges hi­nauf zum Ziel findet sich zunächst ein Marterl, welches an die heilige Notburga erinnert. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Kirche von Eben am Achensee, wo die Gebeine der Heiligen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Schön sind auch die Figuren und Sinnsprüche bzw. eine Rosenkranz-Stiege dieses als Bibelweg ausgewiesenen Forstweges, dessen Errichtung auf Kaplan Ludwig Penz zurückzuführen ist.

Weiter geht es durch lichten Mischwald, immer wieder finden sich Abkürzungen, die man ebenfalls wählen könnte. Wir haben uns am gestrigen Donnerstag für folgende Variante entschieden: hinauf auf dem Forstweg (der an einigen Stellen ein wenig matschig war), hinunter auf den schmalen Waldwegen.

Unübersehbar ist dann die höchste Fichte, ein Natur-Denkmal. Der Baum soll 200 Jahre alt und 58 Meter hoch sein. Ob die Fichte bald die darüberführende Stromleitung streift, konnten wir nicht erkennen. Dann sind es nur noch wenige Meter bis zum Ziel und man sieht schon die ersten Mauern der Ruine.

Schnell gelangt man in das Innere der verfallenen Burg, dort wurde auf einer großen, ebenen Fläche aus den alten Steinen eine Kapelle errichtet, die zum Verweilen einlädt – wie überhaupt das gesamte Gelände für Kinder sicher faszinierend ist. Interessant auch der höchste Punkt am Ende einer Stiege, die an die Versöhnung verfeindeter Grafen durch Notburga erinnert und wo ein Bankerl zum Verweilen einlädt. Einziger Wermutstropfen: Die Inntalautobahn ist gut zu hören.

Wieder zurück sind wir dann durch das westliche, äußere Burgtor. Auf schmalem Weg zum Ausgangspunkt, bei Wegteilungen immer die rechte Variante wählen.

Infos zur Tour

Ausgangspunkt: Das Gasthaus Esterhammer in Rotholz: Dort kann geparkt werden, wenn danach eingekehrt wird. Plätze gibt es auch bei der danebenliegenden Vieh-Versteigerungshalle.

Zu bewältigende Höhenmeter: Insgesamt sind für die Wanderung auf die Ruine Rottenburg rund 230 Höhenmeter im Aufstieg sowie 1,6 Entfernungskilometer zu bewältigen. Der Forstweg ist bis zur Ruine auch gut mit einem geländetauglichen Buggy machbar. Je nach Geschwindigkeit beträgt die gesamte Gehzeit ab einer Stunde.

Hl. Notburga: Geschichtliches zur heiligen Notburga und der Ruine Rottenburg findet sich auf zahlreichen Infotafeln. Besuchenswert ist auch die kleine Kirche im romantischen Schlossgelände.


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