Wiener Börse (Mittag) - ATX tendiert klar im Minus

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde u...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.543,86 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 27,4 Punkten bzw. 1,07 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,36 Prozent, FTSE/London -1,66 Prozent und CAC-40/Paris -1,93 Prozent.

Auch das übrige europäische Handelsumfeld präsentierte sich tiefrot, herbe Verluste setzte es vor allem für Rohstoffwerte. Marktteilnehmer begründen die Verluste unter anderem mit dem ungewissen Ausgang der heute stattfindenden Unterhauswahl in Großbritannien. Amtsinhaber David Cameron hat ein Referendum über den EU-Verbleib des Landes im Falle einer Wiederwahl angekündigt. Die Wahllokale im Vereinigten Königreich sind bis 23:00 Uhr geöffnet.

Vor allem das britische Pfund wird vorerst von der Ungewissheit belastet und verzeichnet klare Verluste zum Euro. Die kurzfristigen Absicherungen gegen größere Pfund-Schwankungen wuchsen mittlerweile auf ihr höchstes Niveau seit 2008 an.

Auch ein Kommentar von Yanet Jellen, Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, sorgt für Nervosität. Sie nannte die momentanen Aktienbewertungen „im allgemeinen recht hoch“ mit Hinblick auf die Risiken sehr niedriger Zinssätze für die Finanzstabilität. Unterdessen geht der Abverkauf von Eurozonen-Staatsanleihen weiter, die Rendite deutscher Staatsanleihen erreichte wie die meisten anderen neue Jahreshöchststände.

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An der Wiener Börse ist die Berichtssaison in vollem Gange: Die Aktie der Erste Group verlor 0,84 Prozent. Die Bank hat im Auftaktquartal 225,8 Mio. Euro Nettogewinn geschrieben, im ersten Quartal 2014 waren es 103,3 Millionen. Die Ungarntochter hat die Verluste im ersten Quartal reduziert. Bei dieser Tochterbank soll heuer der ungarische Staat - ebenso wie die Osteuropabank EBRD - einsteigen. Konzernchef Andreas Treichl rechnet mit einem Verhandlungsabschluss im Laufe des Sommers.

Die Analysten der Citigroup erwarten nach der heutigen Zahlenvorlage der Erste Group einen Gesamtjahres-Nettogewinn der Bank von 842 Mio. Euro. Sie haben ihr Kursziel von 24,7 Euro und ihre Empfehlung „Neutral“ unverändert belassen. Die Quartalszahlen haben auch ihre Erwartungen übertroffen. Besser als erwartet lief es den Analysten zufolge vor allem in Rumänien und Ungarn.

Auch Wienerberger notierten nach Zahlen um 2,38 Prozent tiefer bei 14,16 Euro. Der Baustoffkonzern hat seine Verluste im ersten Quartal 2015 massiv abgebaut und den von Analysten prognostizierten Fehlbetrag unterboten. In Reaktion auf die Zahlen haben die Analysten der Baader Bank ihr Kursziel bei 8,7 Euro bestätigt. Das Votum lautet ebenso unverändert „Sell“.

Wenig bewegt zeigte sich die Aktie der Österreichischen Post mit minus 0,07 Prozent. Der Konzern verzeichnete in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres ein stabiles Ergebnis, der Umsatz wurde gehalten und der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.573,14 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.22 Uhr bei 2.536,33 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,09 Prozent tiefer bei 1.278,58 Punkten. Im prime market zeigten sich zehn Titel mit höheren Kursen, 28 mit tieferen und keiner unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.330.464 (Vortag: 2.778.148) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 87,259 (66,33) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 319.905 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,03 Mio. Euro entspricht.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA258 2015-05-07/12:13


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