Kein weiterer Kinderarzt geplant

Eine Zillertaler Mutter sorgt sich um die fachspezifische Versorgung ihres Kindes.

Von Angela Dähling und

Eva-Maria Fankhauser

Ramsau –Rund 36.000 Einwohner hat das Zillertal, dazu mehr als 50.000 Gästebetten, zig Tankstellen und Supermärkte. Aber nur einen Kinderarzt – und das ist ein Wahlarzt. „Das kann es doch nicht sein. Ein Tal wie das Zillertal braucht längst einen zweiten Kinderarzt. Und zwar mit Kassenvertrag“, erklärt die Mutter eines knapp zweijährigen Kindes aus dem Zillertal, die sich mit ihrem Anliegen an die TT wendete.

Das Problem verschärfe sich derzeit, sagt die Frau, da der in Ramsau ansässige Wahlarzt für Kinder- und Jugendheilkunde krankheitsbedingt seine Ordination längere Zeit schließen muss. „Die nächsten Kinderärzte sind in Jenbach und Kolsassberg“, hat die Zillertalerin in Erfahrung gebracht. Aus dem hinteren Tal kommend, sei das ein weiter Weg. Und es gebe Fälle, in denen ein Kinderarzt als Spezialist gefragt sei, so dass ein praktischer Arzt keine optimale Alternative darstelle.

Keinen Bedarf für einen weiteren Kinderarzt im Zillertal sieht allerdings die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK). In einem Schreiben an die TT-Redaktion lässt die TGKK verlauten, dass laut einer Bedarfserhebung in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol unter Einbindung der Ärztekammer für Tirol aus dem Jahr 2010 keine weitere Facharztstelle für Kinder- und Jugendheilkunde im Bezirk benötigt werde, da in Jenbach ein Kinderarzt in ebendiesem Jahr angesiedelt wurde. „Zu Ihrem konkreten Anliegen im Zillertal: Derzeit ist keine gemeinsame Stell­e mit der Tiroler Ärztekammer vorgesehen“, heißt es im Schreibe­n.

Seitens der Tiroler Ärztekammer verweist man auf die zahlreichen Allgemeinmediziner im Zillertal. „Da sich ein Wahlarzt nicht vertreten lassen muss, würde ich den betroffenen Eltern als ersten Schritt den Weg zum Allgemeinmediziner raten. Dieser kann die Eltern und ihre Kinder entsprechend beraten und die nächsten Schritte besprechen“, erklärt Günter Atzl von der Tiroler Ärztekammer. Auch ihm sind bisher keinerlei Bestrebungen für eine weitere Kinderarztstelle – schon gar keine Kassenarztstelle – im Bezirk Schwaz bekannt.


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