Leitbörsen in Fernost tiefer - Shanghai sehr schwach

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag klar tiefer geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio stieg um 239,64 Zähler od...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag klar tiefer geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio stieg um 239,64 Zähler oder 1,23 Prozent auf 19.291,99 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong sackte um 350,94 Zähler (minus 1,27 Prozent) auf 27.289,97 Einheiten ab.

Der Shanghai Composite rasselte gar um 117,06 Punkte oder 2,77 Prozent auf 4.112,21 Punkte nach unten und verbuchte damit seinen stärksten 3-Tagesverlust seit Juni 2013. Sorgen über eine zu hohe Aktienbewertung drückten hier auf das Kursniveau. Die Analysten von Morgan Stanley stuften chinesische Aktien erstmals nach sechs Jahren ab. Begründet wurde dies damit, dass die Titel zu teuer geworden sind und die Rentabilität auf das niedrigste Niveau seit der globalen Rezession im Jahr 2009 zurückgegangen ist.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich mit negativen Vorzeichen. Der Sensex 30 in Mumbai schloss bei 26.599,11 Zählern mit einem Minus von 118,26 Punkten oder 0,44 Prozent. Hier belastete die Währungsentwicklung. Der indische Rupie rutschte auf sein tiefste Niveau seit September 2013, nachdem sich internationale Investoren aus der Währung zurückgezogen haben indem sie indische Vermögenswerte verkauften. Der All Ordinaries Index in Sydney gab 46,1 Zähler oder 0,81 Prozent auf 5.644,80 Einheiten nach.

Nachdem der japanische Aktienmarkt wegen einer Reihe von Feiertagen von Montag bis Mittwoch ausgesetzt hatte, fielen nun die Kurse angesichts eines stärkeren Yen. „Kommen aus den USA weitere schwache Wirtschaftsdaten, könnte der Yen noch stärker aufwerten und die Stimmung der Investoren weiter trüben“, sagte ein Marktbeobachter.

Ein stärkerer Yen macht japanische Produkte im Ausland teurer. Entsprechend gaben Exportwerte nach: Die Aktien des Roboterbauers Fanuc verloren 3,52 Prozent, die Papiere der Autobauer Toyota und Nissan sanken um 1,21 beziehungsweise 1,57 Prozent.

In China ging der Ausverkauf der vergangenen Tage am Donnerstag weiter: Der CSI-300-Index mit den 300 größten Werten vom Festland verlor 1,83 Prozent auf 4.470,09 Punkte. Versorger-Aktien wie Huadian Power International büßten mit einem Abschlag von neun Prozent erneut kräftig ein, ebenso die Anteilsscheine von China Railway Group, welche den maximalen Tagesverlust von zehn Prozent erlitten. Auch Papiere von Reedereien setzten die Anleger auf ihre Verkaufslisten.

Rote Vorzeichen gab es auch wieder in Sydney. Immerhin sei bei den Aktienkursen der australischen Banken der zuletzt kräftige Abwärtstrend einigermaßen gebremst worden, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Weil ihre Dividendenrenditen gestiegen seien, könnten laut Shamu die Bankaktien nun für Investoren wieder attraktiver werden.


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