Wiener Rentenmarkt am Vormittag mit deutlichen Kursverlusten

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat heute, Donnerstag, am späten Vormittag mit etwas schwächer Tendenz notiert. In allen Laufzeiten der ...

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat heute, Donnerstag, am späten Vormittag mit etwas schwächer Tendenz notiert. In allen Laufzeiten der Bundesanleihen stiegen die Renditen und verbuchten somit Kursverluste.

Ein wichtiger Grund für die Kursabschläge sind bessere Konjunkturaussichten für den Euroraum. Die Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen ist in der EU 2014 gegenüber dem Jahr davor von 68,4 auf 69,2 Prozent gestiegen. Das Ziel für 2020 lautet 75,0 Prozent. Österreichs Erwerbsquote nahm von 74,6 auf 74,2 Prozent ab, womit man vom nationalen Ziel 2020 mit 77,0 Prozent etwas wegrückte. Unterdessen wurde bereits in der Früh bekannt, dass die deutsche Industrie im März zwar mehr Aufträge erhalten hat, jedoch weniger als prognostiziert.

Experten sind über die Renditezuwächse erstaunt, weil die Europäische Zentralbank (EZB) nach wie vor in erheblichem Umfang Staatsanleihen kauft und keine Anstalten macht, diese vorzeitig zu beenden oder zu verringern. Normalerweise sollten die EZB-Käufe die Kurse stützen und dazu führen, dass die Renditen zumindest nicht steigen.

Außerdem hat Griechenland gestern 200 Mio. Euro (Zinszahlungen) an den IWF überwiesen. Nochmals schwieriger wird es für Athen jedoch am 12. Mai, wenn die nächste Zahlung (Kreditrückzahlung von 750 Mio. Euro) an den IWF fällig ist. Zunächst konnte Griechenland gestern sechsmonatige Geldmarktpapiere (1,1 Mrd. Euro) zu den gleichen Konditionen überrollen wie zuvor (2,9 Prozent).

Deutschland begab eine 2017 fällig werdende Anleihe und nahm bei etwas schwächerer Nachfrage 3,9 Mrd. Euro ein. Für heute haben sich Spanien (2017, 2025, 2019 inflationsindexiert) sowie Frankreich (2023, 2025, 2027) mit Anleihen angekündigt.

Heute um 11.50 Uhr notierte der marktbestimmende Juni-Kontrakt des Euro-Bund-Future an der Eurex Deutschland in Frankfurt mit 152,59 um 134 Ticks unter dem letzten Settlement von 153,93. Das bisherige Tageshoch lag bei 153,78, das Tagestief bei 151,44. Die Tagesbandbreite umfasst bisher also 234 Basispunkte. Der Handel verläuft bei sehr gutem Volumen. In Frankfurt wurden bisher 844.417 Juni-Kontrakte gehandelt.

Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag heute Früh bei 1,46 (zuletzt: 1,25) Prozent, die zehnjährige Benchmark-Bundesanleihe rentierte mit 0,88 (0,68) Prozent, die fünfjährige mit 0,21 (0,10) Prozent und die zweijährige lag bei -0,20 (-0,22) Prozent.

Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Vormittag 17 (zuletzt: 16) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 21 (17) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 2 (16) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 4 (4) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.

Börsenkurse und Taxen ausgewählter Benchmark-Anleihen im Interbankenhandel:

~ Emission LZ Kupon Handel --- Rendite Spread Börsekurs --- -- --- Geld Brief (in BP) zuletzt Bund 44/06 30 3,15 139,46 139,73 1,46 17 105,8 Bund 24/10 10 1,65 107,32 107,45 0,88 21 105,6 Bund 19/10 5 0,25 100,27 100,34 0,21 2 n.v. Bund 16/09 2 4,00 105,61 105,70 -0,20 4 106,1 ~


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