Auf dem Weg ins Oberland

Das Denkmalamt gibt für die Übersiedlung der Stadtsaal-Orgel „grundsätzliches Okay“.

© Rösel

Innsbruck, Ötztal-Bahnhof –Weit hat sie es nicht, die altehrwürdige Stadtsaal-Orgel, bis sie ihr neues Zuhause erreicht haben wird. Wie berichtet, wird sie mit Abbruch der Innsbrucker Stadtsäle und Neubau des Hauses der Musik in die Pfarrkirche Ötztal-Bahnhof übersiedelt. Als Schenkung – die Verträge werden im Stadtmagistrat noch ausgearbeitet.

„Wir bekommen sie“, freute sich auch schon Mittwochnachmittag, nach Beschluss des Stadtsenats, Josef Pohl vom Pfarrkirchenrat Ötztal-Bahnhof. Da hatte er gerade den Anruf aus Innsbruck bekommen, dass die Orgel nach Ötztal-Bahnhof kommen werde. Die Orgel steht unter Denkmalschutz, gilt sie doch als Pionierleistung, die 1955 fertiggestellt wurde. Vorbehaltlich der Zustimmung durch das Bundesdenkmalamt. Doch auch das dürfte nur noch ein Formalakt sein. Aus dem Bundesdenkmalamt gibt es nämlich „ein grundsätzliches Okay“, wie Gabriele Neumann erklärt. „Es geht nur noch um ein paar Details, wie die Abdunkelung beim Fenster oder die Restaurierung der Orgel – da braucht es eine bescheidmäßige Erledigung.“

Es gab mehrere Konkurrenten um das Instrument. Unter anderem war sogar ein Standort in St. Petersburg in Russland im Gespräch. Das Rennen machte allerdings Ötztal-Bahnhof und der Pfarrkirchenrat unter Manfred Egger, der sich besonders dafür eingesetzt hatte.

Für Neumann ist es wichtig, „dass die Orgel in Tirol bleibt“. Ötztal-Bahnhof biete sich sogar besonders dafür an: „Denn auch die Kirche stammt ungefähr aus dieser Zeit.“ 1964, im Entstehungsjahr der Diözese Innsbruck, wurde die moderne Kirche zum hl. Josef, dem Arbeiter, geweiht. Als Orgel diente bislang eine elektrische Orgel. Nun kommt aber eine Saalorgel mit Schleifladen und mechanischer Spieltraktur. 46 Register und 3524 Pfeifen umfasst das Instrument.

Um Abbau, Restaurierung und Aufbau wird sich Orgelbauer Andreas Rösel kümmern. Trotz der Schenkung entstehen daher Kosten. Pohl spricht von einem Voranschlag von 140.000 Euro. Dem Stadtsenat war vorgerechnet worden, dass eine Instandhaltung bis zu 250.000 Euro verschlingen könnte.

Die Hälfte, freut man sich im Pfarrkirchenrat, wird die Gemeinde Haiming beisteuern. Bis maximal 70.000 Euro, weiß Pohl. Beim Rest hoffe man noch auf Zuwendungen, wie etwa durch die Landesgedächtnisstiftung. Beim Pfarrfest am 1. Mai habe es auch schon Zusagen von drei ortsansässigen Betrieben in der Höhe von 15.000 Euro gegeben. Ohne weitere Spenden werde es aber kaum gehen.

„Die Instandsetzung und der Aufbau der Orgel werden laut Rösel den ganzen Herbst in Anspruch nehmen“, berichtet er. Mit einer „Einweihung“ sollte daher erst im Frühjahr 2016 gerechnet werden“. (pascal)


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