Ratingagentur stuft Hypo Tirol herab

Moody’s kappt das Bankenrating der Hypo Tirol um zwei Stufen. Hintergrund ist der Heta-Zahlungsstopp.

© Thomas Murauer / TT

Innsbruck –Die US-Ratingagentur Moody’s hat am Donnerstag die Bonitätsnote der landeseigenen Hypo Tirol Bank kräftig herabgestuft: Das Bankenrating wurde um zwei Stufen gesenkt – von „Baa2“ auf nur noch „Ba1“. Die neue Note bedeutet: spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen. Die Note zuvor galt noch als durchschnittlich gute Anlage.

Ausgelöst worden sei die Abwertung durch den Zahlungsstopp der Heta, der Nachfolgerin der Kärntner Hypo Alpe Adria, teilte die Bank am Donnerstagabend mit. Erklärung der Hypo Tirol: Aufgrund der neuen Gesetze zur Bankenabwicklung in Österreich bzw. wegen des Heta-Moratoriums fließe die positive Bewertung der öffentlichen Eigentümerschaft von Banken nicht mehr in das Bankenrating ein. Die „Vorteile einer vergleichsweise kleinen Regionalbank mit öffentlichem Eigentümer“ kämen im Rating nicht mehr zum Tragen und alle Banken würden nun „über einen Kamm geschoren“, kritisierte die Bank in einer Aussendung.

„Wir gehen mit der Entscheidung von Moody’s nicht konform, obwohl diese aufgrund der Ereignisse in den letzten Wochen von uns befürchtet wurde“, erklärte Aufsichtsratschef Wilfried Stauder. Die Bank hatte bereits im März vorsorglich gewarnt, dass Moody’s sie abwerten könnte.

Die Hypo-Führung betonte gestern, die Moody’s-Entscheidung habe keine Auswirkungen auf die Bank und ihre Kunden. Die Agentur halte das Finanzrating der Bank für stabil.

Wegen des Hypo-Sondergesetzes hat Moody’s das Rating der Tiroler Bank bereits im Juni 2014 von „Baa2“ auf „Baa3“ zurückgestuft, auch landesgarantierte Anleihen der Hypo Tirol wurden damals abgewertet. Im Oktober des Vorjahres hat die Ratingagentur die Hypo dann wieder leicht auf „Baa2“ hinaufgehoben.

Bund und Finanzmarktaufsicht hatten im März einen Zahlungsstopp der Bad Bank Heta angeordnet – das traf in der Folge auch die anderen Hypos (Stichwort Pfandbriefstelle).Die Tiroler Landesbank ist wegen des Heta-Zahlungsausfalls 2014 in die Verlustzone gerutscht. Die Bilanz weist einen Abgang von 18,5 Mio. Euro vor Steuern aus (2013: +18 Mio. Euro). Wegen des Moratoriums musste die Bank in der Bilanz 38,7 Mio. Euro rückstellen. (wer)


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