Langer „Hürdenlauf“ bis zum Gas-Fracking in Deutschland

Berlin (APA/dpa) - Bis ein Unternehmen in Deutschland großflächig im Untergrund Gestein aufbrechen und Gas fördern darf, muss ein ziemlicher...

Berlin (APA/dpa) - Bis ein Unternehmen in Deutschland großflächig im Untergrund Gestein aufbrechen und Gas fördern darf, muss ein ziemlicher Hürdenlauf absolviert werden - und vielerorts wird Fracking komplett verboten. Nach dem Gesetzentwurf der deutschen Regierung ist folgendes geplant:

- Unkonventionelles Fracking wird in allen sensiblen Gebieten zur Trinkwassergewinnung und des Naturschutzes ausgeschlossen. Die Bundesländer können das Verbot noch erweitern auf Mineralwasservorkommen und Wasserentnahmestellen für die Herstellung von Getränken wie Bier. Und: Außerhalb dieser Gebiete werden oberhalb von 3.000 Metern Tiefe Vorhaben im Schiefer- und Kohleflözgestein grundsätzlich verboten.

- Aber: Bei Erlaubnis von Probebohrungen gilt die 3000-Meter-Grenze in diesen Gebieten nicht. Wenn ein Unternehmen ein Gebiet mit einem großen Vorkommen im Auge hat, kann es bei den zuständigen Berg- und Umweltbehörden im jeweiligen Bundesland einen Antrag auf Probebohrung stellen. Diese allein kostet nach Branchenangaben schon 20 bis 30 Mio. Euro. Eine Expertenkommission begleitet die Bohrung.

- Will das Unternehmen dann die Vorkommen kommerziell ausbeuten, muss die Kommission grünes Licht geben. Die Landesbehörden können das Votum übernehmen, müssen aber nicht. Zudem muss eine weitere Kommission beim Umweltbundesamt die Frac-Flüssigkeit als harmlos einstufen. Frühestens ab 2019 könnte es auch eine kommerzielle Förderung geben. Einen Automatismus nach einer erfolgreichen Probebohrung soll es nicht geben, zudem darf nicht dasselbe Bohrloch genutzt werden.

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