„Faschings-Gag“ Luchs-Abschuss wirft für oö. Nationalpark Fragen auf

Molln/Weyer (APA) - Die Nachstellung eines Luchs-Abschusses bei einem Faschingsumzug 2014 in Weyer (Bez. Steyr-Land) wirft für den Nationalp...

Molln/Weyer (APA) - Die Nachstellung eines Luchs-Abschusses bei einem Faschingsumzug 2014 in Weyer (Bez. Steyr-Land) wirft für den Nationalpark Kalkalpen im Licht der laufenden Wilderei-Ermittlungen Fragen auf. Der Park bekam ein Video von dem „Gag“ zugespielt, das an die Ermittler weitergeleitet wurde. Auf Facebook kämpft man gegen die „Mauer des Schweigens“ in Jägerschaft und Bevölkerung.

Nachdem aus dem Schutzgebiet immer wieder Luchse verschwunden sind, hatte die Polizei kürzlich den Kadaver eines Tieres in der Tiefkühltruhe eines Präparators gefunden. Gegen einen Jäger wird ermittelt. Die Nationalparkleitung macht aber regelmäßig darauf aufmerksam, dass sie weitere Abschüsse vermutet. Insgesamt sind bisher vier Männchen verschwunden, was die Population gefährdet.

Auf dem Video, das dem Nationalpark vor wenigen Tagen zugespielt wurde, ist eine Szene vom Faschingsumzug im Ortsteil Kleinreifling zu sehen. Dort wurde der Abschuss zweier mit Senderhalsbändern ausgestatteter Luchse nachgestellt. Man sieht, wie zwei dunkel bebrillte Jäger einer „Sondereinheit“ von einem fahrenden Hochstand aus auf die Tiere schießen, die danach von Nationalparkmitarbeitern wiederbelebt werden.

Beim Nationalpark wundert man sich, denn der Umzug fand lange vor Bekanntwerden des illegalen Abschusses statt. Die Verwaltung hofft, mit der Veröffentlichung des Videos an der Mauer des Schweigens zu kratzen, die von Mitarbeitern des Schutzgebiets und den Verantwortlichen des Luchs-Projektes immer wieder beklagt wird.

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(S E R V I C E - Das Video ist unter https://de-de.facebook.com/WaldWildnis abrufbar)


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