Saudi-Arabien zu fünftägiger Waffenruhe im Jemen bereit

Wann der Waffenstillstand in Kraft treten soll, ist noch unklar. Riad will indes alle Optionen zur Bekämpfung der Houthi-Rebellen prüfen. Dazu zählt auch eine Boden-Operation.

Wie ein zusammengefallenes Kartenhaus: Das Polizei-Hauptquartier der jemenitischen Stadt Saada wurde bei einem Luftangriff der saudi-arabischen Militärkoalition zerstört.
© Reuters

Kairo – - Saudi-Arabien ist zu einem fünftägigen Waffenstillstand im Jemen bereit, damit Hilfe für die notleidenden Menschen ins Land gebracht werden kann. Voraussetzung sei, dass auch die schiitischen Houthi-Rebellen der Waffenruhe zustimmten, sagte US-Außenminister John Kerry am Donnerstag in Riad nach einem Treffen mit seinem saudischen Kollegen Adil al-Jubir. Wann der Waffenstillstand in Kraft treten soll, ist noch unklar. Es würden aber einige Tage zur Vorbereitung gebraucht, sagte Kerry. Saudi-Arabien wolle zudem alle jemenitischen Konfliktparteien zu einer Konferenz einladen.

„Auch eine Boden-Operation ist möglich“

Saudi-Arabien behält sich vor, auch mit Bodentruppen in den Bürgerkrieg im Nachbarland einzugreifen. Es würden alle Optionen zur Bekämpfung der Houthi-Rebellen geprüft, sagte der saudi-arabische Militärsprecher Ahmed Asseri am späten Mittwochabend dem TV-Sender Al-Arabiya. „Auch eine Boden-Operation ist möglich“, ergänzte der General.

Der Jemen bat die internationale Gemeinschaft in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat um eine Entsendung von Bodentruppen. Die Houthi-Rebellen forderten die Vereinten Nationen (UN) ihrerseits auf, „Verbrechen an der jemenitischen Bevölkerung“ und die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Allianz zu stoppen. Asseri machte keine konkreten Angaben dazu, ob das benachbarte Königreich der Bitte der jemenitischen Regierung nachgekommen werde, Truppen insbesondere zur Stabilisierung der Hafenstadt Aden zu entsenden.

Dort war es zuletzt zu heftigen Gefechten zwischen Houthi und regierungstreuen Einheiten gekommen. Bisher greifen das mehrheitlich sunnitische Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten Stellungen der mit dem schiitischen Iran verbündeten Houthi im Jemen lediglich aus der Luft an. Am Wochenende hatte es Verwirrung über den Beginn einer Intervention saudi-arabischer Bodentruppen im Jemen gegeben. Der Anführer einer regierungstreuen Miliz sprach zunächst von einem Einsatz arabischer Spezialeinheiten in Aden, widerrief dies aber später. Medienberichten zufolge handelte es sich um jemenitische Soldaten, die von Saudi-Arabern ausgebildet wurden.

Erneut Dutzende Tote

Die Zivilbevölkerung leidet zunehmend unter dem Konflikt zwischen Houthi und Anhängern des ins saudi-arabische Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi. Allein am Mittwoch wurden 120 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Unter ihnen waren Augenzeugen zufolge 40 Menschen, die mit einem Boot aus Aden flüchten wollten und unter Houthi-Beschuss kamen. Die Rebellen haben weite Teile des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. (APA/Reuters/dpa, tt.com)


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