Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu: Rechter Zauderer

Jerusalem (APA/dpa) - Bei seiner Wiederwahl am 17. März hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu noch gesagt, er wolle eine „stark...

Jerusalem (APA/dpa) - Bei seiner Wiederwahl am 17. März hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu noch gesagt, er wolle eine „starke und stabile“ Koalition bilden. Stattdessen hat seine Regierung nun eine Mehrheit von nur einer einzigen Stimme. Mit dieser schwachen Basis will er eine rechts-religiöse Koalition anführen.

Schon während seiner dritten Amtszeit stilisierte sich der 65-Jährige als „Mr. Sicherheit“, warnte vor islamistischem Terror und einer atomaren Aufrüstung des Iran, um sich selbst als Schutzpatron Israels zu präsentieren.

Für den Machterhalt ignoriere Netanyahu jedoch dringende Probleme Israels, sagen Kritiker und Opposition. Anstatt den Konflikt mit den Palästinensern anzupacken, hoffe er, dass dieser sich irgendwie in Luft auflöse. Der forcierte Siedlungsbau im Westjordanland könne zudem ungewollt in einen binationalen jüdisch-palästinensischen Staat münden. Auch die hohen Lebenshaltungskosten und die Wohnungsnot, die vielen Israelis Sorgen bereiten, spielten in Netanyahus Wahlkampf kaum eine Rolle.

Netanyahu wurde 1949 in Tel Aviv geboren und wird in Israel auch „Bibi“ genannt. Er steht vor seiner vierten Amtszeit als Ministerpräsident. Er ist in dritter Ehe verheiratet, Vater von drei Kindern und zweifacher Großvater. Netanyahu war bereits von 1996 bis 1999 Ministerpräsident und ist seit 2009 durchgängig im Amt. Während seiner Zeit in der Armee diente er als Kommandant der Elite-Einheit „Sayeret Matkal“.


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