Andreas Beck stellte in Basel seinen ersten Spielplan vor

Basel (APA/sda) - Andreas Beck, scheidender Leiter des Schauspielhaus Wien und ab Herbst Intendant des Theaters Basel, hat seinen ersten Spi...

Basel (APA/sda) - Andreas Beck, scheidender Leiter des Schauspielhaus Wien und ab Herbst Intendant des Theaters Basel, hat seinen ersten Spielplan vorgestellt. In Ballett und Oper herrscht weitgehend Kontinuität, das Sprechtheater wird runderneuert. Das Ensemble wird auf 26 Darsteller aufgestockt, darunter einige, die Beck aus Wien mitbringt, wie Steffen Höld, Barbara Horvath, Katja Jung und Thiemo Strutzenberger.

Zum Leitungsteam gehören vier junge Hausregisseure. Der Schweizer Thom Luz hat bereits am Theater Basel inszeniert; er erarbeitet das Projekt „LSD - Mein Sorgenkind“ über den Basler Chemiker Albert Hoffmann, der 1943 zufällig die Droge LSD entdeckte. Julia Hölscher bringt die Uraufführung von „Schlafgänger“ nach dem Roman der jungen Schweizerin Dorothee Elmiger und W. A. Mozarts „Zauberflöte“ auf die Bühne. Der in Basel geborene Australier Simon Stone inszeniert Tony Kushners „Engel in Amerika“, ein Stück über Aids und Neoliberalismus, und eine eigene Bearbeitung von Henrik Ibsens „John Gabriel Borkman“, die bereits am 28. Mai im Rahmen der Wiener Festwochen im Akademietheater Premiere hat und dann nach Basel geht.

Nora Schlocker zeigt Maxim Gorkis „Kinder der Sonne“ und ein Auftragswerk des jungen Österreichers Ewald Palmetshofer nach Christopher Marlowes Tragödie „Edward II.“. Palmetshofers Stück, das ebenfalls bereits im Rahmen der Wiener Festwochen gezeigt wird (Premiere: 26. Mai) ist Teil einer besonderen „Basler Dramaturgie“: Historische Stoffe werden von heute aus bearbeitet, szenisch „übermalt“. So setzt sich die Schweizerin Darja Stocker mit Antigone auseinander, der italienische Theatermacher Antonio Latella mit Oedipus. Vorbild ist Friedrich Dürrenmatts in Basel uraufgeführte Strindberg-Paraphrase „Play Strindberg“, die ebenfalls gezeigt wird. Einzelne Produktionen sollen auch in Baselland gezeigt werden und die mehrteilige Theaterserie „Kommissär Hunkeler: Ein Fall für Basel“ an Originalschauplätzen in der Innenstadt.

Beck, der dem zur Hamburger Staatsoper wechselnden Georges Delnon nachfolgt, strebt mittelfristig die Verzahnung der Sparten an. So hat es symbolischen Charakter, dass das nach wie vor von Richard Wherlock geleitete Ballett erstmals im Schauspielhaus tanzen wird. Auf der Großen Bühne zeigt die Compagnie unter anderem eine „Dornröschen“-Version des spanischen Newcomers Alejandro Cerrudo. Die Opernsaison beginnt mit Modest Mussorgskis Volksdrama „Chowanschtschina“, bringt unter anderem das Musical „Jesus Christ Superstar“ und Giuseppe Verdis „Macbeth“ und endet mit Karlheinz Stockhauses Mysterienspiel „Donnerstag“ aus dem Zyklus „Licht“. Das Musikheater „Melancholia“ von Sebastian Nübling und Ives Thuwis führt die Zusammenarbeit mit dem Barockorchester „La Cetra“ und dem Dirigenten Andrea Marcon weiter.

(S E R V I C E - www.theater-basel.ch)


Kommentieren