Pacult: „Ich hätte mich vor der Aufgabe Wacker nicht gescheut“

Peter Pacult polarisiert. Rapids Meistercoach war im Winter bei Wacker im Gespräch und kommt am Freitag (18.30 Uhr) als FAC-Coach ins Tivoli.

Die prominente Trainerlösung des FAC ist nahe an den Spielern dran – Peter Pacult bleibt im Amt.
© Gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – „Es darf sich keiner zu schade sein, auch einmal einen Schritt zurück zu machen, um dann vielleicht wieder zwei nach vorne zu machen“, sagt einer wie Peter Pacult, der Rapid zum letzten Meistertitel (2008) führte und auch schon Cheftrainer bei 1860 München, RB Leipzig oder Dynamo Dresden war. In Erinnerung sind vielen vornehmlich heiße Interviews mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk geblieben, die Pacults Ruf als „harten Hund“ rechtfertigen soll(t)en.

„Irgendwann bekommt man ein Klischee aufgedrückt. Und bei mir werden immer zwei von 1000 Interviews herausgenommen. Die anderen 998 anderen werden einfach gestrichen“, verweist der FAC-Coach darauf, dass sich eben jeder die Welt so macht, wie sie ihm gefällt.

Dass die neue Spielergeneration anders zu behandeln ist als früher, kommentiert er trocken: „Natürlich ist die Zeit anders, aber es geht immer noch um Fußball. Ein Spiel, bei dem man auch kritisieren muss. Zu mir kann jeder Spieler kommen. Wichtig ist, was ich ihm vermitteln kann.“ Wenn Manager nach einem „Motivator“ rufen, runzelt einer wie Peter P. die Stirn: „Wenn einer gesehen hat, wie ich gegen Kapfenberg herumgehüpft bin, weiß ich nicht, wieso die Spieler einen Motivator brauchen. Was machen ein Guardiola oder ein Simeone an der Outlinie? Die sind ständig unterwegs.“

Beinahe wäre der Ex-ÖFB-Teamstürmer nach „einem guten Gespräch“ mit Wacker-Präsident Josef Gunsch im Winter am Tivoli gelandet, auch ein Wechsel zu einem Drittligisten stand kurz vor dem Abschluss: „Es ist doch normal, dass die Klubs ihre Möglichkeiten ausloten. Ich sehe das emotionslos und hätte mich auch vor der Aufgabe FC Wacker nicht gescheut.“ Dass man sich einen Pacult in den unteren Sphären nicht leisten kann, lässt er so nicht stehen: „Bevor man nicht miteinander gesprochen hat, weiß man es doch nicht.“

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Seit zwei Runden steht der 55-jährige Wiener in jedem Fall an der Outlinie der Sky Go Ersten Liga, traf gegen Horn (1:3) mit Gischi Westerthaler und gegen Kapfenberg (1:0) mit Kurt Russ ehemalige Gefährten aus gemeinsamen Tiroler Fußballtagen: „Da werden Erinnerungen wach. Die sechs schönen Jahre in Innsbruck gehören zu meinem Fußballer-Leben.“

In der Gegenwart hat Pacult beim FAC in Liga zwei auch berufstätige Kicker unter seinen Fittichen, die heute mit dem Zug anreisen, um morgen dem FC Wacker ein Bein zu stellen. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen habe sich eines im Vergleich zu früher nicht geändert: „Spieler, die auf den Platz gehen, wollen gewinnen.“ Auf die baut Pacult im hautengen Abstiegskampf genauso wie Wacker-Coach Klaus Schmidt – fern aller Klischees …


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