Umfrage: Spaniens neuen „Protestparteien“ bedrohen Volksparteien

Madrid (APA) - Die im linken Parteienspektrum angesiedelte Podemos-Partei („Wir können“) und die bürgerlich-sozialdemokratische Ciudadanos (...

Madrid (APA) - Die im linken Parteienspektrum angesiedelte Podemos-Partei („Wir können“) und die bürgerlich-sozialdemokratische Ciudadanos („Bürger“) werden bei den landesweiten Kommunal- und Regionalwahlen am 24. Mai eine neue Ära in der spanischen Politik einläuten.

Laut einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage des staatlichen Meinungsforschungsinstituts CIS werden Spaniens neue „Protestparteien“ das traditionelle Machtmonopol der konservativen Volkspartei (PP) und der sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) aufbrechen können. Darf man der CIS-Umfrage glauben, wird Podemos, eine Art spanische Schwesterpartei der griechischen Syriza, mit 24,3 Prozent auf Anhieb drittstärkste Partei werden. Die sich ebenfalls zum ersten Mal in ganz Spanien präsentierenden Ciudadanos könnten aus dem Stand auf 13,8 Prozent der Stimmen kommen.

Am 24. Mai finden neben den landesweiten Kommunalwahlen auch in 13 der insgesamt 17 spanischen Autonomien Regionalwahlen statt. Der Urnengang, dessen Wahlkampagne in der heutigen Nacht auf Freitag beginnt, gilt damit als wichtiger Stimmungstest für die im Herbst bevorstehenden Parlamentswahlen.

Podemos und Ciudadanos konnten sich in den vergangenen Monaten mit ihrer Kritik an der Austeritätspolitik und der von Korruptionsskandalen überschatteten großen Volksparteien eindeutig als Wahlalternative etablieren. Dennoch dürften laut der CIS-Umfrage erneut die regierenden Konservativen von Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (PP) mit 25,6 Prozent zur stärksten Partei werden.

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An zweiter Stelle kommen in der Wählerintention die Sozialisten von Pedro Sanchez mit 24,3 Prozent. Vor kurzem noch verwies die linksradikale Podemos-Partei von Pablo Iglesias die Sozialisten auf den dritten Platz. Doch eine deutliche Entradikalisierung des linken Wahlprogramms sowie der Rücktritt eines seiner Parteigründer nach einem Korruptionsskandal kostete Podemos rund sieben Prozent an Unterstützung seit der letzten Umfrage.


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