Konflikt um Kollektivvertrag bei Miba

Laakirchen (APA) - Bei der börsennotierten oberösterreichischen Miba AG, Zulieferer für die Auto- und Investitionsgüterindustrie, gibt es ei...

Laakirchen (APA) - Bei der börsennotierten oberösterreichischen Miba AG, Zulieferer für die Auto- und Investitionsgüterindustrie, gibt es einen Konflikt um einen Kollektivvertrag. Die Gewerkschaft kritisierte am Donnerstag, rund 100 Beschäftigte sollen vom Tarif der Metall-Industrie in jenen des Metall-Gewerbes wechseln und eine Gehaltskürzung hinnehmen. Miba konterte: Es gibt keine Nachteile für die Mitarbeiter.

Die Gewerkschaft Pro-GE wirft der Firma Kollektivvertragsflucht vor. Teile des großen Industriekonzerns würden - um den guten Industriekollektivvertrag auszuhebeln - zu einem extra geschaffenen Gewerbebetrieb, in den Teile der Produktion ausgelagert werden. Über 100 Beschäftigte seien demnächst keine Industriebeschäftigten mehr. Der industrielle Produktionsablauf bleibe gleich, die Beschäftigten würden die gleiche Arbeit wie zuvor leisten, aber zu schlechteren Bedingungen. Die Wirtschaftskammer habe - trotz Warnungen der Gewerkschaft - leichtfertig und rechtlich nicht nachvollziehbar eine Zuordnung zum Metallgewerbe-KV erteilt. Gerade ein Unternehmen, das neue Umsatzrekorde präsentiert habe, spare auf Kosten der Beschäftigten. „Das ist aus gewerkschaftlicher Sicht inakzeptabel“, stellte der Landessekretär Walter Schopf in einer Presseaussendung fest.

Dem widersprach Miba-Personalchef Bernhard Reisner. Die Löhne blieben aufgrund bestehender Betriebsvereinbarungen für bestehende und neue Mitarbeiter trotz neuem KV unverändert. Außerdem sei man auch innerbetrieblich in Gesprächen, um auch bei anderen Punkten des Rahmenrechts ein Einvernehmen zu erzielen. „Die Miba weist den Vorwurf der Kollektivvertragsflucht klar zurück“, erklärte er in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Unternehmenssprecherin Valerie Weixlbaumer erläuterte den Hintergrund: In Laakirchen sei die komplette Gleitlagerproduktion aus allen Nähten geplatzt sei. Deshalb habe man den ersten Schritt in der Wertschöpfungskette, die Vormaterialfertigung, die auch für andere Standorte produziere, im Herbst nach Aurachkirchen verlegt, wo sich auch der Sondermaschinenbau befinde. Davon seien 100 Mitarbeiter, darunter 25 Leasingkräfte betroffen. Das Tätigkeitsprofil habe sich etwas verändert, weil es sich um eine einzelne Produktion handle, die nicht mehr in die Wertschöpfungskette integriert sei. Deshalb habe die Wirtschaftskammer die Zuordnung vom Metall-Gewerbe-KV erteilt.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

~ ISIN AT0000734835 WEB http://www.miba.com ~ APA527 2015-05-07/17:30


Kommentieren