Griechenland - Schelling: Einigung mit Geldgebern alternativlos

Athen (APA/Reuters) - Griechenland und seine Geldgeber haben nach Ansicht von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) keine andere Wahl als...

Athen (APA/Reuters) - Griechenland und seine Geldgeber haben nach Ansicht von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) keine andere Wahl als sich in dem zähen Schuldenstreit zu einigen. „Ich kann mich in meinem Leben an keine Situation erinnern, die so alternativlos ist“, sagte Schelling am Donnerstag.

Ein Austritt des Mittelmeerlandes aus EU und Euro-Zone sei vor allem für Griechenland selbst wegen der desaströsen Folgen keine Möglichkeit. Ein drittes Hilfsprogramm könne nicht starten, bevor das zweite nicht abgearbeitet sei. Und auch ein weiterer Schuldenschnitt würde die Probleme nicht lösen.

Eine rasche Lösung - etwa beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag und Dienstag - zeichne sich jedoch nicht ab. „Wir glauben nicht, dass es am Montag entscheidungsreife Unterlagen geben wird“, sagte Schelling. Die Zeit dränge allerdings, denn spätestens im zweiten Halbjahr könne Griechenland seine Schulden wohl nicht mehr ohne weitere Unterstützung begleichen. Ohne fremde Hilfe droht Griechenland die Pleite. Bereits am Dienstag muss Griechenland 750 Millionen an den Internationalen Währungsfonds bezahlen.

Eine Pleite des Mittelmeerstaates hätte auch Folgen für die EZB, warnte Schelling. Denn sie gewährt griechischen Banken über die Athener Notenbank Liquiditätshilfen. Sie haben Kreisen zufolge derzeit ein Volumen von bis zu 78,9 Milliarden Euro. Die Institute sind auf diese im Fachjargon „ELA“ genannten Geldflüsse mittlerweile angewiesen. Solange sich Griechenland über Wasser halten könne, funktioniere dieses System gut, sagte Schelling. „Aber wenn ein Default (Zahlungsverzug) passieren würde, dann ist das sofort ein Problem“, warnte er. Sollte die EZB die Hilfen nicht zurückbekommen, trifft das letztlich die Steuerzahler in der Euro-Zone.

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