Norwegen will Förderung von Elektroautos wieder zurückschrauben

Oslo (APA/AFP) - Wegen des großen Erfolges will Norwegen die Förderung von Elektroautos schrittweise wieder zurückfahren. Die Regierungskoal...

Oslo (APA/AFP) - Wegen des großen Erfolges will Norwegen die Förderung von Elektroautos schrittweise wieder zurückfahren. Die Regierungskoalition unter Führung der Konservativen beschloss am Mittwochabend, die Steuervorteile für Elektrofahrer in den kommenden Jahren zu streichen; auch sonstige Erleichterungen könnten bald der Vergangenheit angehören.

Fast ein Viertel aller Neuzulassungen in Norwegen sind mittlerweile Elektroautos; seit April sind in dem Land mit knapp fünf Millionen Einwohnern mehr als 50.000 davon unterwegs.

Besitzer von Elektroautos sind in Norwegen von der Kfz-Steuer befreit. Ab Jänner 2018 sollen sie wieder 50 Prozent zahlen, ab 2020 dann wieder den gleichen Satz wie alle. Auch die Befreiung von der Mehrwertsteuer beim Kauf eines E-Autos soll laut Beschluss der Regierung wegfallen - allerdings soll hier eine Prämie als Ersatz gezahlt werden. Sie kann anders als die Verbrauchssteuer gedeckelt und mit dem technischen Fortschritt gesenkt werden.

Über Privilegien wie die freie Benutzung der Busspuren, Befreiung von der Maut und kostenloses Parken auf öffentlichen Parkplätzen sollen künftig die einzelnen Kommunen entscheiden. Damit dürften diese Annehmlichkeiten vor allem in der Hauptstadt Oslo und der Umgebung vor dem Aus stehen. Hier werden Elektroautos besonders häufig gefahren.

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Deutschland will bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen bringen. Nach Angaben der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) waren im Dezember 2014 aber nur rund 24.000 Elektroautos bundesweit zugelassen. Das Kabinett beschloss im Herbst, dass Kommunen zur Förderung von Elektroautos Busspuren öffnen und kostenlose Parkplätze anbieten können. Der Bundesrat gab im März grünes Licht.


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