Preisverfall macht Stahlkonzernen zu schaffen

Duisburg/Luxemburg (APA/Reuters) - Die Stahlbranche ächzt unter der weltweiten Überproduktion und den dadurch immer weiter sinkenden Preisen...

Duisburg/Luxemburg (APA/Reuters) - Die Stahlbranche ächzt unter der weltweiten Überproduktion und den dadurch immer weiter sinkenden Preisen. Branchenprimus ArcelorMittal schrieb zum Jahresauftakt ebenso wie der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) rote Zahlen. „Wir bekamen eine Menge Gegenwind im ersten Quartal zu spüren“, sagte Arcelor-Chef Lakshmi Mittal am Donnerstag.

Die Luxemburger senkten daher ihr Ergebnisziel für 2015 leicht. Auch KlöCo-Chef Gisbert Rühl setzte ein Fragezeichen hinter seine Gewinnerwartungen. Vor allem der US-Markt schwächelt, in Europa hoffen die Konzerne auf eine wachsende Nachfrage der Automobil-, Maschinen- und Baubranchen.

Arcelor verbuchte im ersten Quartal einen Rückgang des operativen Gewinns (EBITDA) um 21 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar (1,25 Mrd. Euro). Netto fiel ein Verlust von 728 (Vorjahr: minus 200) Millionen Dollar an. Hauptursache war ein Einbruch im Eisenerzgeschäft um 74 Prozent. Dazu lief das Stahlgeschäft in den USA nicht rund. Zu Jahresbeginn hatten die Europäer noch kräftig vom schwachen Euro profitiert - die Exporte zogen deutlich an. Doch diese Höchststände seien auf Dauer nicht zu halten, sagte Finanzvorstand und Sohn des Firmenchefs Aditya Mittal. Der weltgrößte Stahlproduzent senkte daher sein EBITDA-Ziel für 2015 auf sechs bis 7 Mrd. Dollar. Zuvor hatte der Konkurrent von ThyssenKrupp zwischen 6,5 und 7 Mrd. Dollar angestrebt.

Stahlhändler KlöCo setzte in den ersten drei Monaten 1,697 (Vorjahr: 1,572) Mrd. Euro um, während das EBITDA auf 10 (39) Mio. Euro sank. Netto stieg der Verlust auf 22 Millionen von 2 Mio. Euro vor Jahresfrist. Klöco-Chef Rühl nannte neben dem „drastischen Preisverfall in den USA“ auch Währungsbelastungen in der Schweiz als Grund für die schlechten Geschäfte. Allerdings sieht er den Boden bei den Preisen nun erreicht und hofft im zweiten Halbjahr auf einen spürbaren Anstieg des operativen Ergebnisses. Im zweiten Quartal peilt er ein EBITDA zwischen 35 bis 45 Mio. Euro an. „Unser ausgegebenes Ziel eines steigenden EBITDA im Gesamtjahr - vor vorgesehenen Restrukturierungsmaßnahmen - erscheint aufgrund des stark geänderten Umfelds jedoch sehr ambitioniert.“

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Der Stahlhändler hatte 2014 dank Einsparungen nach zwei Krisenjahren wieder einen Nettogewinn verbucht. KlöCo beliefert rund 150.000 Kunden in 15 Ländern mit Stahlprodukten. Hauptmärkte sind neben den USA, Deutschland, Frankreich, Belgien und die Schweiz.

~ ISIN DE000KC01000 LU0323134006 WEB http://www.kloeckner.de

http://www.arcelormittal.com/corp/ ~ APA610 2015-05-07/20:18


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