EU-Parlamentsausschuss will Sonderrechte für Langfrist-Aktionäre

London (APA/Reuters) - Langfristig engagierte Aktionäre dürfen in der EU auf besondere Vergünstigungen hoffen. Nach dem Gesetzentwurf eines ...

London (APA/Reuters) - Langfristig engagierte Aktionäre dürfen in der EU auf besondere Vergünstigungen hoffen. Nach dem Gesetzentwurf eines EU-Parlamentsausschusses sollen ihnen künftig etwa zusätzliche Stimmrechte zugesprochen, Steuererleichterungen gewährt oder Treuedividenden ausgezahlt werden. Die Vorschläge wurden am Donnerstag mit knapper Mehrheit vom Rechtsausschuss beschlossen.

Die Abstimmung des Plenums steht noch aus. Anschließend muss sich das Parlament mit den Mitgliedstaaten einigen, damit es zu Rechtsänderungen kommt. Hintergrund sind Bestrebungen, für eine größere Nachhaltigkeit bei Aktienanlagen zu sorgen. Befürworter bemängeln, dass viele Investoren Firmenanteile nur für ganz kurze Zeitspannen halten. Aus ihrer Sicht untergräbt dieser Trend eine verantwortungsvolle und weitblickende Entwicklung der Unternehmen.

Offen ist noch, wie lange Aktionäre ihre Anteilsscheine halten müssen, um in den Genuss der Vergünstigungen zu kommen.

Dem Gremiumsbeschluss zufolge soll dies jedes EU-Land selbst festlegen. Gefordert wird allerdings eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. Frankreich und Italien haben bereits neue Gesetze zu dem Themenbereich beschlossen. Investorenvertreter warnen vor Änderungen, die die Rechte von Minderheitsaktionären beeinträchtigen könnten.


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