„Spiegel“-Reporter nach Syrien-Rückkehr aus Türkei ausgewiesen

Istanbul (APA/dpa) - Der „Spiegel“-Reporter Christoph Reuter ist beim Grenzübertritt aus Syrien in die Türkei von den türkischen Behörden fe...

Istanbul (APA/dpa) - Der „Spiegel“-Reporter Christoph Reuter ist beim Grenzübertritt aus Syrien in die Türkei von den türkischen Behörden festgehalten und nach Deutschland ausgewiesen worden. Der Reporter des Nachrichtenmagazins, der für seine Berichterstattung aus Syrien mehrfach ausgezeichnet wurde, bestätigte das am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul.

Reuter sagte per Telefon, er sei am vergangenen Freitag in die Türkei gereist. Am Samstag habe er die Grenze nach Syrien illegal übertreten, um nach Aleppo zu gelangen. Da die Rückreise auf demselben Weg zu gefährlich gewesen wäre, sei er am Dienstag über den offiziellen Grenzübergang bei Kilis zurück in die Türkei gekommen. Dort habe er das von den Behörden geforderte Bußgeld bezahlt, so Reuter. Dennoch habe ihn die Polizei festgehalten und am Mittwoch nach Istanbul gebracht. Er sei dann auf einen Flug nach Deutschland gesetzt worden, den er ohnehin gebucht gehabt habe. „Ich hoffe, ich habe keine Einreisesperre“, sagte Reuter. „Ich weiß es aber nicht.“

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Donnerstag unter Berufung auf das türkische Presseamt, neben Reuter seien in den vergangenen Tagen drei weitere ausländische Journalisten beim illegalen Grenzübertritt aus Syrien festgehalten worden. Es handle sich um einen Deutschen, einen Brasilianer und eine Amerikanerin. Auch sie würden ausgewiesen. Der Generaldirektor des Presseamtes, Cemalettin Hasim, sagte Anadolu, gegen alle vier Betroffenen werde nach der Ausweisung eine Einreisesperre verhängt. Sollten sie türkische Presseausweise besitzen, würden diese eingezogen.

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