Schottische Nationalisten erringen 56 von 59 Sitzen in Schottland

London/Glasgow (APA/AFP) - Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Nicola Sturgeon hat bei der britischen Parlamentswahl einen Erdrutschsie...

London/Glasgow (APA/AFP) - Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Nicola Sturgeon hat bei der britischen Parlamentswahl einen Erdrutschsieg in Schottland eingefahren. Die Partei, die nur in dem nördlichen Landesteil antrat, errang laut dem vorläufigen Endergebnis von Freitagmorgen 56 der 59 Mandate in Schottland. Bisher hatte sie nur sechs Sitze in Westminster gehabt.

„Glückwunsch an unsere 56 Parlamentsabgeordneten und danke an alle, die der SNP ihr Vertrauen ausgesprochen haben“, schrieb die Partei nach Bekanntgabe des Ergebnisses aus dem letzten Wahlkreis auf Twitter.

Insgesamt errang bei der Parlamentswahl die Konservative Partei von Premierminister David Cameron einen klaren Sieg. Laut Prognosen des BBC-Rundfunks könnte sie fast eine absolute Mehrheit erringen. Schottland war bisher eine Labour-Hochburg, doch verloren nun auch führende Politiker wie der schottische Labour-Chef Jim Murphy ihr Mandat an die SNP. Der Labour-Wahlkampfmanager Douglas Alexander unterlag seinerseits gegen die erst 20-jährige SNP-Kandidatin Mhairi Black, die damit zum jüngsten Mitglied des Unterhauses seit 1667 wird.

„Der schottische Löwe hat gebrüllt“, sagte der frühere SNP-Chef Alex Salmond. „Ein heftiger Wind bläst heute morgen durch das große Tal von Schottland.“ Mit dem starken Abschneiden der SNP in Schottland könnte ein neues Referendum über die Unabhängigkeit wahrscheinlich werden. Die Schotten hatten sich erst im September in einer Volksabstimmung gegen die Abspaltung von Großbritannien ausgesprochen. Dies hatte dem Ansehen der SNP, die sich an vorderster Front für die Unabhängigkeit stark gemacht hatte, aber nicht geschadet.

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