Nicht mehr nur Reden: Sieberers Vorfreude auf den Heimauftritt

Österreichs Beste der Sportaerobic gastieren am Sonntag in Brixlegg – neben Weltmeisterin Lubi Gazov, die Tirolerin Michelle Sieberer.

Michelle Sieberer tritt am Sonntag in der Tiroler Heimat an.
© Ferrara

Von Sabine Hochschwarzer

Brixlegg – Michelle Sieberer lächelt. Nicht wie so oft wegen der Kampfrichter, die ihre sportlichen Auftritte beurteilen. Sie freut sich einfach auf das Wochenende. „Endlich kann ich allen zeigen, was ich so mache, und nicht nur immer davon reden“, strahlt die 20-Jährige.

Knapp 30 Kilometer von ihrem Elternhaus in Bad Häring entfernt tritt Sieberer am Sonntag bei den österreichischen Meisterschaften mit ihrer Leidenschaft, der Sport­aerobic, ins Rampenlicht. International ist sie längst Weltcup-Bewerbe in Portugal oder Japan gewohnt, in der Neuen Mittelschule in Brixlegg zu turnen ist dennoch etwas Besonderes. „Klein, aber sehr fein“, beschreibt die Studentin für Gesundheits- und Leistungssport Halle und Starterfeld gleichermaßen.

Mit der Oberösterreicherin Lubi Gazov tritt auch die Weltmeisterin von 2014 sowie die aktuelle Weltcup-Siegerin im Unterland auf. „Lubi ist wirklich stark, vor allem ihre Drehungen“, beschreibt Sieberer die 26-jährige Konkurrentin und deren Spezial­elemente aus Ballett und Rhythmischer Gymnastik.

Schwierigkeiten, an denen die Tirolerin noch arbeitet. Fast immer lächelnd, bis zu sechs Stunden täglich sechs Mal die Woche. Und das selbst, wenn sie so wie jetzt die Zähne zusammenbeißen muss: Durch eine Überbelastung schmerzt der Knöchel, ein Knorpel am Innenfuß zwingt zu kleineren Sprüngen, ein Tapeverband unterstützt zusätzlich. „Wir trainieren auf unterschiedlichen Böden, das macht sich eben irgendwann bemerkbar“, erklärt Sieberer. Dabei liegt der wie bei Kunstturnern federnde Boden mit glänzender Parkett-Auflage längst bereit – allerdings in einer Lagerhalle. Die Trainingsstätten in der Volksschule Kundl und im Aerobic-Raum des ACT-Fitness in Wörgl sind zu klein bzw. ist es dort nicht möglich, den wettkampftauglichen Untergrund auszulegen.

„Wir sind halt keine Massensportart“, bedauert die ehemalige Sport-BORG-Schülerin und lächelt einmal mehr, so wie sie es auch am Sonntag machen wird, wenn sie bei ihrer 90 Sekunden langen Kür Charlie Chaplin mimen wird. „Er war eine so ausdrucksstarke Person“, schwärmt Sieberer. Glänzen wollen neben ihr auch weitere Tirolerinnen: Laura Baumgartner, Emma Astner, Paula Moser, Rahel Rup­rechter, Anna Bucher, Rafaela Handle oder Anna Hauser – alle als Medaillenanwärterinnen im Einzel, Trio oder als Sechser-Gruppe.


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