Schulz fordert einheitlichere Flüchtlingspolitik der EU

München (APA/AFP) - Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat eine einheitlichere Flüchtlingspolitik der EU gefordert. „...

München (APA/AFP) - Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat eine einheitlichere Flüchtlingspolitik der EU gefordert. „Derzeit nehmen neun von 28 EU-Staaten 90 Prozent aller Flüchtlinge in die EU auf - das geht nicht“, sagte Schulz in einem am Freitag im Voraus veröffentlichten Interview mit dem Münchner Magazin „Focus“. Er sprach sich zudem dafür aus, den legalen Zugang zu erleichtern.

„Wenn wir ein einheitliches europäisches Einwanderungsrecht mit Quoten hätten, würden weniger Menschen ihr Geld zu Schleppern tragen“, sagte der SPD-Politiker. Wer die Chance zu legaler Einwanderung habe, steige nicht so schnell in eine Fahrt ins Ungewisse. Am Freitag wollen bei einem Spitzentreffen im deutschen Bundeskanzleramt Bund und Länder über den Umgang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland beraten.

Schulz drückte zugleich seine Sorge über die Lage insgesamt in Europa aus: „Wir sind in keinem guten Zustand, wir müssen die EU verbessern.“ Die Idee hinter der europäischen Einigung sei unbestritten: „Gemeinsam sind wir stärker als alleine.“ Leider aber verbänden „immer weniger Menschen diese Idee mit der EU“.

Schulz forderte die Regierungschefs der EU-Staaten auf, sich zu mehr Gemeinsamkeit zu bekennen. Alle wüssten, dass man nur so im internationalen Wettbewerb bestehen könne. „Zu Hause aber erzählen sie genau das Gegenteil und brüsten sich damit, wie sie sich gegen die anderen in Europa durchgesetzt haben“, kritisierte er.

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