Am Badl soll Integration erblühen

Unterkünfte für Flüchtlinge, eine Schule, ein Hotel Garni: Diese Projekte sollen am Bad Eisenstein in Wörgl gebaut werden.

Das Areal Bad Eisenstein in Wörgl wird derzeit der Stadt Wörgl zum Preis von 1,25 Millionen Euro zum Verkauf angeboten.
© Spielbichler

Wörgl –Es ist still geworden um das Wörgler Badl-Areal. Nachdem nach hitzigen Diskussionen der Kaufbeschluss (1,2 Mio. Euro für das gesamte Grundstück samt Gebäude) wegen geänderter Widmungsvoraussetzungen vom Gemeinderat aufgehoben und eine bereits angekündigte Volksbefragung abgeblasen wurde, breitete die Besitzergesellschaft den Mantel des Schweigens über die weiteren Pläne aus. Manchem Politiker wäre es wahrscheinlich lieber, wenn es so bleiben würde. Denn am Dienstag legten die Besitzer ihr Vorhaben dem Raumordnungsausschuss vor. Darin enthalten ist genau das, was im Laufe der Diskussion von den Ankaufsgegnern als Polemik bzw. „Asylwerberkeule“ und reine Taktik abgetan wurde: die Unterbringung von bis zu 70 Flüchtlingen am Bad-Eisenstein-Areal.

Dabei war dieser Plan eigentlich ohnedies nicht mehr geheim. Bei einem Vortrag „Asyl in Tirol“ erklärte Harald Bachmeier von der Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) in Wörgl, dass das Projekt „sehr interessant sei“. Dabei war von vorerst 26 Asylwerbern die Rede.

Aber das Badl soll kein reines Asylwerberheim werden. Bei der Ausschusssitzung soll von einem ambitionierten Integrationsmodell als Vorzeigeprojekt die Rede gewesen sein. Aber weder von der Politik noch von der Besitzergesellschaft sind offiziell Details zu erfahren.

So viel sickerte dennoch durch: Es sollen eine Schule, mehrere kleine Pavillons für Gewerbe bzw. medizinische Angebote, ein Integrationsgarten, außerdem ein Hotel Garni und ein Kaffeehaus auf dem Areal Platz finden. Offen bleibt die Zukunft des Tennisplatzes. Sollte der Verein eines Tages den Platz verlassen, könnten hier weitere Gästebetten entstehen.

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Nun ist der Gemeinderat am Zug. Denn für alle Pläne, besonders für jene, die über die Sanierung des alten Gasthauses hinausgehen, braucht es eine Widmung. Seitens der Bürgermeisterin Hedi Wechner gibt es ein klares Signal: „Ein sinnvolles Konzept werden wir unterstützen.“ Ob das vorgestellte eines ist, bleibt vorerst offen.

Andererseits braucht Wörgl weitere Asylwerberplätze. Wobei bei der Veranstaltung „Asyl in Tirol“ die Unterbringung der 31 in Wörgl lebenden Asylwerber als vorbildlich bezeichnet wurde. Bislang gibt es keine Probleme mit Anrainern, ganz im Gegenteil, die Solidarität sei angesichts der erschütternden Schicksale dieser Menschen sehr groß. Die Deutschkurse werden vom Verein Komm!unity organisiert und von Ehrenamtlichen im Tagungshaus gehalten, das seine Räume dafür kostenlos zur Verfügung stellt. Besonders beeindruckt zeigte sich die Flüchtlingsbetreuerin Elisabeth Heinzl von der Integration der Kinder in der Schule: „Das ist ein Traum“, meinte sie. In der Gemeinde helfen Asylwerber beim Bauhof mit, weitere Einsatzgebiete werden gesucht. (wo, vsg)


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