Angeblicher Piratenschatz vor Madagaskar entdeckt

Seit 300 Jahren lebt die Legende des schottischen Piraten William Kidd. Jetzt wollen Archäologen vor Madagaskar seinen Schatz entdeckt haben. Ob das Silber wirklich zur Beute des berühmten Seeräubers gehört, ist aber noch unklar. Experten fordern Beweise.

Der Präsidentenpalast des Inselstaats hatte Bilder von der Präsentation eines etwa 50 Kilogramm schweren Silberbarrens getwittert.
© Twitter/PrésidenceMadagascar

Sainte-Marie – Stammt vor Madagaskar gehobenes Silber aus einem Schatz des berüchtigten Piraten William Kidd? Der Präsidentenpalast des Inselstaats twitterte Bilder von der Präsentation eines etwa 50 Kilogramm schweren Silberbarrens, der von Unterwasserforschern gefunden wurde. US-Archäologe Barry Clifford sagte dem britischen Sender BBC, er gehe davon aus, dass der Schatz echt sei und dass noch viele weitere Barren in dem Schiffswrack lägen. Er könne sein Glück kaum fassen: Forscher hätten 300 Jahre nach dem legendären Schatz gesucht.

Clifford, ein erfahrener Unterwasserexperte,hatte den mutmaßlichen Schatz zusammen mit seinem Team entdeckt.Am Donnerstag wurde der Barrenin einer speziellen Zeremonie auf der Insel Sainte Marie dem Präsidenten Hery Rajaonarimampianina überreicht.

Auf Madagaskar gibt es dem BBC-Bericht zufolge aber Skepsis und Forderungen nach Beweisen dafür, dass es sich wirklich um den Piratenschatz von Captain Kidd handelt. Dennoch soll das Silber vermutlich in einem Museum ausgestellt werden.

In einer Mitteilung des Senders History Channel, der die Expedition finanziert hat, hieß es,erste Untersuchungen hätten ergeben, dass das Datum auf dem Barren mitder Lebenszeit Kidds (1645-1701) übereinstimme. Weitere Analysen seien aber nötig, um diese vorläufigen Erkenntnisse zu bestätigen.

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Der auf Schiffe spezialisierte Archäologe John de Bry sprach von einem „fantastischen Fund“. Der Silberbarren sei das größte und schwerste Fundstück aus der damaligen Zeit, das er je gesehen habe. „Wenn Clifford einen Barren gefunden hat, dann ist ganz klar, dass es weitere gibt und esden Schatz wirklich gibt.“

Es sei jetzt wichtig, für die Sicherheit des Schatzes zu sorgen, erklärte Kulturministerin Brigitte Rasamoelina: „Überall gibt es böse Menschen. Wir haben schon Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet und wir zählen auf die Bevölkerung, damit sie dieses kulturelle Erbe eifersüchtig bewacht.“

Das Wrack vor Sainte Marie, bei dem es sich um den vermutlich 1698 gesunkenen Dreimaster„Adventure Galley“ von Kidd handeln könnte, war dem Bericht zufolge seit Jahren bekannt. Clifford habe nun erstmals dank eines speziellen Metalldetektors Signale empfangen und denBarren entdeckt, hieß es.

Der Schotte Captain Kidd war zunächst Kaufmann und wurde dann von den britischen Behörden als Piratenjäger angeheuert, bevor er selbst zum Seeräuber wurde. Seine Legende lebt auch in Filmen und der Literatur: So verarbeitete etwaEdgar Allan Poe die Geschichte vonWilliam Kidd in seinerKurzgeschichte „Der Goldkäfer“. Der Pirat wurde 1701 hingerichtet. (dpa)


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