Wacker hat gegen den FAC den 40er im Visier

Der nächste „verdammte Freitag“ mit einem Sechs-Punkte-Spiel und Abstiegskampf pur: Der FC Wacker Innsbruck setzt heute (18.30 Uhr) im Tivoli gegen Aufsteiger FAC zum nächsten Befreiungsschlag an.

An einem Leithammel wie Jürgen Säumel (r.) sollen sich heute auch wieder Florian Jamnig (l.) und Alex Gründler aufbauen können.
© Gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Was der Abstiegskampf in der Sky Go Erste Liga mit dem Champions-League-Schlager zwischen Barcelona und Bayern gemeinsam hat? So gut wie nichts, außer den gleichen Regeln. Wacker-Coach Klaus Schmidt wollte sich am gestrigen Tag nicht lange mit unwirklichen Vergleichen aufhalten: „Das, was die spielen – alle 22 – das heißt nicht Fußball, das heißt anders“, verneigt er sich in tiefer Ehrfurcht vor den Besten.

In erster Linie zählt, wie der Ball heute im Innsbrucker Tivoli läuft. Noch besser, wenn auch der Gegner hinterherläuft. Zuvor muss es aber wieder in den Zweikämpfen rascheln. Denn das hervorragende 1:1-Remis bei Tabellenführer Liefering war vergangenen Freitag. Heute kommt der FAC mit Neo-Coach Peter Pacult ins Haus. Und das wird eine komplett andere Partie. „Sie werden sich hinten hineinstellen und auf Konter lauern. Gegen solche Gegner haben wir uns zuletzt sehr schwer getan“, weiß Wacker-Stratege Jürgen Säumel, dass in erster Linie ein hartes Stück Arbeit wartet. Nachsatz: „Ich hoffe, dass uns auch das Publikum wieder unterstützt und den einen oder anderen Fehler verzeiht.“

Mit Rechenspielen, was diese Woche der Wahrheit – am Montag geht’s weiter nach Hartberg und am kommenden Freitag kommt St. Pölten – Vorentscheidendes im Kampf um den Klassenerhalt bringen könnte (womöglich neun Punkte), hält sich auch Schmidt nicht auf: „Hallo, das ist das echte Leben, das wir durchleben, und kein Wunschkonzert. Wir schauen nach dem FAC-Match um 20.30 Uhr wieder auf die Tabelle und werden sehen, ob wir uns abbusseln können oder schimpfen müssen.“

Taktisch (4-2-3-1) bleibt alles im selben Gewand, nur Linksverteidiger Christian Schilling ist fraglich. „Die Mannschaft ist sehr fokussiert, ich gehe optimistisch ins Spiel. Wir können auch von der Bank nachlegen“, hält Schmidt zur Personalsituation fest.

Das Spektakel – man erinnere sich an Barça – Bayern – hat in einer Liga, die 70 Prozent der Teams fünf Runden vor Schluss im Abstiegskampf hält, Pause. Die Null muss stehen. Vorne – Wackers bester Saisontorschütze ist immer noch Thomas Hirschhofer (5) – sollte was gehen. „Es wird ein Geduldsspiel“, weiß Schmidt, der im Hinspiel in Floridsdorf seinen ersten Zähler (0:0) als Wacker-Trainer einfahren konnte: „Das war unser erster Schritt aus der Drecksuppe.“ Ein weiterer soll heute folgen.

Den Faktor Peter Pacult macht Schmidt auch fest: „Pacult ist der König von Floridsdorf. Und wenn der König kommt, gibt das immer einen Schub.“ Am Tivoli sei „der Peter“ früher als Stürmer vom Starfaktor so etwas wie Keith Richards der Rolling Stones gewesen, das Lob gibt Pacult volley zurück: „Wacker hat einen Trainer geholt, der viel mit Taktik punktet. Sie spielen aus einer sehr geordneten Struktur heraus und es wird nicht einfach, sie zu knacken.“ Ins offene Messer wird die (Halb-)Profitruppe aus Wien sicher nicht laufen. „Verlieren verboten“, nennt Pacult das Kind beim Namen. Denn „es ist, was es ist“, sagt eben nicht nur die Liebe, sondern auch ein Blick auf die enge Tabelle. Dort peilt Wacker den 40er an.


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