Eishockey: Drei ÖEHV-Jahrhundertspieler als Teamchef-Assistenten

Prag (APA) - Prominente Assistenten hat Österreichs Eishockey-Teamchef Daniel Ratushny bei der WM zur Seite. Mit Dieter Kalt (40), Christoph...

Prag (APA) - Prominente Assistenten hat Österreichs Eishockey-Teamchef Daniel Ratushny bei der WM zur Seite. Mit Dieter Kalt (40), Christoph Brandner (39) und Reinhard Divis (39) unterstützen ihn drei ehemalige Teamspieler, die im Jahr 2012 ins Jahrhundert-Team des österreichischen Verbandes gewählt worden sind.

Kalt ist mit 197 Länderspielen die Nummer drei in der ewigen ÖEHV-Statistik und sechstbester Länderspiel-Torschütze Österreichs. Divis war der erste Österreicher und der bisher einzige heimische Torhüter in der NHL, Brandner der erste österreichische Torschütze in der stärksten Liga der Welt.

Jahrelang hatten sie gemeinsam im Team gespielt, im Vorjahr gemeinsam die U20-Auswahl betreut. Nun bilden sie das Assistenten-Trio im Nationalteam und arbeiten auch im Nachwuchs von Rekordmeister KAC zusammen, bei dem Kalt der Nachwuchsleiter ist.

In Prag gibt es für das Trio Anschauungsunterricht aus nächster Nähe. „Ich schaue mir die Gegner an, unser Powerplay, alles was relevant sein kann. Dann gibt es ein Brainstorming und es wird geschaut, wie man die Mannschaft am besten einstellen kann“, erklärte Kalt. Er und Brandner waren auch schon im vergangenen Jahr bei der B-WM als Assistenten von Manny Viveiros mit von der Partie. Bei den Spielen stehen sie nun auch in Prag neben Ratushny an der Bande, während Divis das Geschehen von der Tribüne aus verfolgt.

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Kalt, der 2008 noch als Aktiver die dreijährige Ausbildung für die A-Lizenz begonnen hatte, sieht sich auch als Bindeglied zur Mannschaft. „Wir versuchen mit den Spielern viel reden, dass sie nicht frustriert sind, wenn es nicht so gut läuft. Dass man die Spannung hält, egal ob es gut oder schlecht gelaufen ist. Da können wir unsere Erfahrung gut einbringen“, sagte Kalt der APA - Austria Presse Agentur.

Manchmal kribbelt es sogar bei ihm selbst noch. „Bei Partien wie gegen Schweiz oder Deutschland, wo viele Emotionen im Spiel sind, würde ich selber wieder gerne reinspringen“, meinte der 40-Jährige, der immerhin um drei Jahre jünger ist als Tschechiens Altstar Jaromir Jagr.

Kalt schätzt natürlich vielmehr die Chance, aus nächster Nähe Spieler und Teams auf höchstem Niveau beobachten zu können. „Ich sauge alles auf, schaue, was die anderen Mannschaften machen, welche Vorstellungen der eigene Trainer hat, ob sich das mit dem deckt, wie du denkst“, so der ehemalige Stürmer, der sich über die Rolle des Trainers viele Gedanken gemacht hat: „Der Trainer muss nicht der große Zauberer sein, aber die Energie und das Vertrauen übertragen sich. Davon bin ich fest überzeugt. Der Trainer muss auch Anker sein, wenn es nicht so läuft.“

Auf dem Eis hat es ihm vor allem die Schnelligkeit der Spieler und das Tempo der Spielzüge angetan. „Man sieht, welche Qualitäten ein Spieler heute haben muss. Das ist ganz klar das Eislaufen. Es war immer schon wichtig, aber die Spieler sind jetzt vorne und hinten so beweglich, wendig, schnell im Kopf. Nicht mehr nur so Kraftmeier, wie es sie vor einigen Jahren noch gegeben hat. Man sieht die Grundschule, die basistechnischen Fähigkeiten, Scheibenannahme, schnelle Entscheidungen, bereit sein, eine Aktion auszuführen und dann gleich die nächste. Da haben wir noch Defizite, das sieht man hier, wenn man täglich mit der Weltklasse zusammen ist“, analysierte Kalt.

Um als Außenseiter gegen die Top-Teams trotzdem dagegenhalten zu können, muss man auch andere Trümpfe ausspielen. „Das zweite, was man sieht, ist, dass sehr viel möglich ist, wenn Stimmung, Glaube, Emotion da sind. Das sind entscheidende Sachen für Mannschaften wie Österreich“, ist er überzeugt.

Das und vieles mehr wird er nach der WM nach Klagenfurt mitnehmen. Kalt hat beim Rekordmeister KAC rund 20 Trainer unter sich, darunter Brandner und künftig auch Reinhard Divis, der vom Nachwuchs bis zu den Profis das Tormanntraining übernimmt. „Wenn du die Möglichkeit hast, so einen Mann mit dieser Erfahrung zu kriegen, solltest du nicht zu lange zögern. Ich freue mich, dass wir viel Kompetenz in Klagenfurt haben“, erklärte Kalt, der in Prag auch viele seiner jungen Spieler gesehen hat, die sich die WM im Nachbarland nicht entgehen lassen wollten. Und einige seiner Mitarbeiter haben sich beim Trainer-Symposium im Rahmen der WM weitergebildet.


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