Initiative zur Verringerung von Ablenkung am Steuer gestartet

Wien (APA) - Das Verkehrsministerium hat eine Initiative zur Verringerung von Ablenkung am Steuer gestartet. Unter dem Namen „Car Interactio...

Wien (APA) - Das Verkehrsministerium hat eine Initiative zur Verringerung von Ablenkung am Steuer gestartet. Unter dem Namen „Car Interaction Safety“ sollen mit Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen, der Transportwirtschaft, Zulieferern, Infrastrukturbetreibern und Autofahrerclubs Maßnahmen gegen die zunehmende Ausstattung der Fahrzeuge mit neuen Funktionen und Technologien erarbeitet werden.

Verfügte das Cockpit eines Autos im Jahr 1983 noch über sieben Funktionen, sind es heutzutage bereits durchschnittlich 61 Funktionen und Dienste. „Mehr als 30 Prozent aller Unfälle sind auf Ablenkung zurückzuführen“, sagte Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Im Vorjahr starben 60 Personen aufgrund von Ablenkung am Steuer. 2005 wurden noch rund sieben Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle durch Ablenkung verursacht, 2014 waren es bereits 14 Prozent. Sowohl Fahrzeuge als auch das Informationsverhalten habe sich verändert, sagte Josef Fiala, Vorsitzender der Plattform ITS Austria. ITS vernetzt österreichische Akteure im Bereich Verkehr, Transport und Logistik mit dem Ziel einer nachhaltigen Gestaltung des österreichischen Mobilitätssystems.

Es brauche sowohl Bewusstseinsbildung - Unfälle durch Ablenkung passieren nicht, sondern werden verursacht - als auch die Entwicklung nutzerfreundlicher Technik, forderte der Minister. Denn „man kann nicht alles verbieten“.

Am Mittwoch fand der Auftaktworkshop der Experten statt. Die Arbeitsgruppe plant, künftig alle zwei Monate Meetings abzuhalten. „Das Programm ist auf ein Jahr ausgelegt“, sagte Manfred Tscheligi, Professor für Human-Computer-Interaction & Usability an der Uni Salzburg. Dann soll ein Positionspapier vorgelegt werden. Beim Workshop wurden bereits Vorschläge für ein 10-Punkte-Sofortprogramm ausgearbeitet. Wolfgang Komatz vom Automobil-Cluster OÖ sieht einen „klaren Auftrag an die Industrie“ sowie „eine Chance für die österreichische Zulieferindustrie“. Technologie müsse so aufbereitet werden, dass es auch „sicher im Straßenverkehr funktionieren kann“. Komatz ist davon überzeugt, „dass man damit auch sehr viel Geld verdienen kann“.


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