Bürgermeister greift bei Marktfest ein

Verein „Reutte gestalten“ verhindert das Ende des größten Außerferner Events. Am 1. August wird gefeiert.

Bild vom Marktfest in Reutte 2013.
© Tschol

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Mutter aller Feste, „das“ Großevent im Bezirk – die Bezeichnungen für das Reuttener Marktfest waren in der Vergangenheit durchaus blumig und sollten den Zusammenlauf der Menschenmassen charakterisieren. Bis zu 15.000 Besucher waren in der Blütezeit offiziell bekannt gegeben worden. Nichtsdestotrotz waren das Fest und die Wirte über die Dekaden in die Jahre gekommen, der Elan ein wenig geschwunden und die Besucherzahlen zurückgegangen. 2013 waren sich über der Frage einer Attraktivierung Jungwirte und Organisator Hirschenwirt Helmut Kraus in die Haare gekommen. So kam es, dass das Marktfest 2014 das erste Mal nach 30 Jahren vor vornherein abgesagt wurde. Mit neuen Ideen und Köpfen sollte heuer durchgestartet werden, die Gespräche der Wirte verliefen aber im Sand. Vor allem auch, weil niemand bereit war – wie Helmut Kraus in den Jahrzehnten zuvor – persönlich die Gesamthaftung zu übernehmen. Damit schien das Fest endgültig zu Grabe getragen. Der „Reutte gestalten“-Vorstand diskutierte ausführlich die Problematik und entschloss sich kurzerhand mit Unterstützung der Marktgemeinde Reutte das Marktfest 2015 zu organisieren.

Bürgermeister Alois Oberer, der die einjährige Pause und das Suchen nach neuen Ideen für das traditionelle Fest vor zwei Jahren noch selbst für gut befunden hatte, wollte nun nicht einfach zusehen, wie alles einschläft. Als neugewählter Obmann des Vereins „Reutte gestalten“, traf er sich zusammen mit Vereinsvize Architekt Alexander Wasle mit den Wirten und konnte sie schnell vom Weitermachen überzeugen. Haftung und Versicherungen werden über den Verein „Reutte gestalten“ laufen. Indirekt wird die Marktgemeinde fast Veranstalter sein, wie sie das über „Reutte gestalten“ auch schon beim Weihnachtsmarkt erfolgreich praktiziert.

Die Wirte werden erstmals in der Marktfest-Geschichte einen finanziellen Beitrag zur Organisation leisten müssen. Die Diskussion über einen Eintritt für die Besucher ist vom Tisch, der Zutritt bleibt frei. Als Termin wurde – wie gewohnt – der erste Samstag im August, also heuer der 1. August, festgelegt.

Auch Langzeitorganisator Hirschenwirt Helmut Kraus scheint mitzumachen. Lange Gespräche zwischen Oberer und ihm brachten ein Umdenken. Damit dürfte auch das angekündigte Alternativfest auf dem Hirschen-Großparkplatz kein Thema mehr sein. Kraus’ speziellem Wunsch, wieder eine Band – wie all die Jahre bisher – am Eingang zum Untermarkt zu platzieren, wird entsprochen. Bei ersten Überlegungen des Vereines gab es noch andere Vorstellungen. Für Oberer ist das heurige Fest wegen der kurzen Vorlaufzeit nur „ein auf die Beine stellen“, die Attraktivität soll aber sukzessive ausgebaut werden.


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