Jemen - Saudi-arabische Kampfjets greifen erneut Houthis im Norden an

Saada (Sa‘dah) (APA/dpa/AFP) - Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat am Freitag Militäreinrichtungen in der Houthi-Hochburg Sa...

Saada (Sa‘dah) (APA/dpa/AFP) - Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat am Freitag Militäreinrichtungen in der Houthi-Hochburg Saada im Nordjemen bombardiert. Nach Berichten des saudi-arabischen Fernsehsenders Al-Arabiya und der Nachrichtenagentur SPA wurden dabei eine Funkanlage und eine Minenfabrik der schiitischen Aufständischen zerstört. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Auch weitere Stellungen der Rebellen seien bei den Angriffen am Donnerstag zerstört worden. Der Angriff ereignete sich nur Stunden nachdem das sunnitische Königreich den Houthis vorgeworfen hatte, mit Raketenangriffen auf saudi-arabische Grenzstädte eine „rote Linie“ überschritten zu haben. Die Houthis hatten am Dienstag und Mittwoch die Stadt Najran beschossen und dabei neun Menschen getötet, unter ihnen ein Armeeoffizier. Riad bombardiert seit Mittwoch verschärft Houthi-Ziele in der Provinzhauptstadt Saada.

Saudi-Arabien hatte am Donnerstag eine fünftägige humanitäre Waffenruhe im Jemen angeboten. Die Rebellen gingen auf den Vorschlag bisher nicht ein.

Im Jemen kämpfen die Houthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi. Ein Militärbündnis unter der Führung Saudi-Arabiens bombardiert seit Ende März Stellungen und Militäreinrichtungen der Houthis. Die Intervention soll den weiteren Vormarsch der Houthis stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflohenen Hadi ermöglichen, an die Macht zurückzukehren. Die Angriffe haben große Zerstörungen angerichtet und zu einer humanitären Krise geführt, die Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten bisher aber kaum zurückdrängen können.

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Der Iran wies unterdessen erneut den Vorwurf zurück, die Houthi-Rebellen mit Waffen zu unterstützen. Außenamtssprecherin Marzieh Afkham sagte, die Vorwürfe basierten „auf unbegründeten Analysen“ und seien „nichts anderes als Bemühungen, die Schuld (für den Konflikt) anderen anzulasten“. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Jubeir hatte am Donnerstag die „negative“ Rolle Irans im Jemen kritisiert und ihm vorgeworfen, den Houthi-Rebellen finanzielle, logistische und militärische Unterstützung zu geben.


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