60. Song Contest: Staatsopern-Matinee mit Wurst in Kammermusikformat

Wien (APA) - Conchita Wurst mit Kammerensemble und heurige Song-Contest-Teilnehmer auf der großen Opernbühne: Die ersten Töne zum musikalisc...

Wien (APA) - Conchita Wurst mit Kammerensemble und heurige Song-Contest-Teilnehmer auf der großen Opernbühne: Die ersten Töne zum musikalischen Megaevent werden am Sonntag (17. Mai) aus der Wiener Staatsoper kommen. Bei „Pop meets Opera“ kommen in einer Matinee Größen der Opernwelt und des ESC-Universums zum gemeinsamen Tagesauftakt zusammen.

Das Motto lautet dabei standesgemäß Livemusik statt Playback, weshalb nicht nur der peruanische Tenorliebling Juan Diego Florez mit Lehars „Dein ist mein ganzes Herz“ lediglich mit dem Philharmoniker-Derivat „Philharmonics“ auf der Bühne steht, sondern auch Österreichs Vorjahressiegerin Conchita Wurst. „Rise Like A Phoenix“ ist somit erstmals in Kammermusikversion zu erleben.

Und während weitere Künstler des E-Bereichs wie Daniela Fally oder Valentina Nafornita (Placido Domingo hatte krankheitsbedingt absagen müssen) sich im gewohnten Terrain bewegen, betreten einige Song-Contest-Teilnehmer Neuland. Die ungarische Kandidatin Boggie hat für ihren Friedenssong „Wars For Nothing“ Kinder der Opernschule an der Seite und John Karayiannis aus Zypern tritt mit der Balletttänzerin Ioanna Avraam und dem Song „One Thing I Should Have Done“ an der Seite der Philharmonics an.

Auch das norwegische Duo Morland & Debrah Scarlett reduziert sich auf Kammerformat im Operntempel, was ebenso für Nina Sublatti aus Georgien und Molly Sterling aus Irland gilt. Am Ende der von ORF-Kult-Urgestein Barbara Rett moderierten Matinee singen dann alle Künstler - ob mit E- oder U-Hintergrund - Verdis „Libiamo ne‘ lieti calici“ aus der „Traviata“.

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Dass der Veranstalter ORF gemäß dem heurigen ESC-Motto also „Building Bridges“ in die Welt der Klassik betreibt, sei ein schönes Zeichen für beide Seiten, betonte Staatsoperndirektor Dominique Meyer am Freitag bei der Präsentation: „Die Leute der klassischen Musik sind manchmal in einem Elfenbeinturm und denken, dass nur das, was sie machen, wichtig ist.“

Ein ausgewiesener Song-Contest-Kenner ist der Opernchef allerdings selbst nicht: „Ich werde mich nicht verstellen - ich bin kein Spezialist für die Popmusik.“ Entsprechend liegt das letzte Mal, dass er einen ESC verfolgt hat, auch schon einige Zeit zurück: „Das war im 20. Jahrhundert - als das Fernsehen noch schwarz-weiß war.“ Beim Heim-ESC dürfte das vielleicht anders werden, wobei er jedenfalls Frankreich und Österreich die Daumen halte: „Ich kann Verschiedenen gleichzeitig treu sein.“

„Es ist eine ganz große Symbolik, dass die ersten Töne der Veranstaltung hier aus der besten Oper der Welt in die Welt übertragen werden“, freute sich auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Schließlich würden einige Partnersender die Veranstaltung übernehmen. Die Idee zur Veranstaltung habe der Chefpressesprecher der Staatsoper gehabt, betonte Meyer indes, um amüsiert hinzuzufügen: „Wenn es gut läuft, wird die Idee aber viele Väter haben.“

Wer es nicht mehr persönlich ins nahezu ausverkaufte Haus am Ring schafft, kann die Übertragung auf den nebenliegenden Herbert-von-Karajan-Platz verfolgen. Und wer die Wohnung überhaupt nicht verlassen möchte, kann die Aufzeichnung am Abend auf ORF III um 20.15 Uhr nachschauen.

~ WEB http://orf.at ~ APA256 2015-05-08/12:11


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