Regisseurin eröffnet Männerschaulaufen

Am kommenden Mittwoch beginnen die 68. Filmfestspiele von Cannes.

© APA/EPA/IAN LANGSDON

Cannes –Filme von Frauen sind in Cannes seit Langem eine Rarität, was immer wieder für heftige Diskussionen sorgte. Umso überraschender mag da zunächst sein, dass Festivalleiter Thierry Frémaux die 68. Internationalen Filmfestspiele kommenden Mittwoch, 13. Mai, mit dem Werk einer Regisseurin, dem Sozialdrama „La tête haute“ von Emmanuelle Bercot, eröffnet. Die Einschränkung auf diese Ankündigung folgte allerdings schnell.

Der Film läuft nämlich außer Konkurrenz und wird nicht um die Goldene Palme konkurrieren. Der Wettbewerb bleibt bis auf zwei Ausnahmen wieder eine Männerdomäne. Um die Goldene Palme konkurrieren unter anderem Jacques Audiard, der den Flüchtlingsfilm „Dheepan“ ins Rennen schickt, der italienische Oscarpreisträger Paolo Sorrentino („Youth“ mit Michael Caine und Harvey Keitel) sowie die US-Amerikaner Gus Van Sants („The Sea of Trees“) und Todd Haynes („Carol“). Mit den neuen Filmen des Griechen Yorgos Lanthimos („The Lobster“) und Justin Kurzel („Macbeth“) stehen auch Werke einer jüngeren Filmemachergeneration auf dem Programm. Vergeben werden die Preise des Festivals am Pfingstsonntag, 24. Mai. Die Präsidenten der internationalen Jury, der unter anderem die Schauspieler Jake Gyllenhaal und Sophie Marceau angehören, sind die vielfach ausgezeichneten Brüder Ethan und Joel Coen.

Eine besonders hohe Promidichte wird – auch das ist in Cannes mittlerweile Tradition – für die Filme außer Konkurrenz erwartet: Woody Allen bringt für „Irrational Man“ Joaquin Phoenix und Emma Stone auf der Leinwand zusammen. George Miller lässt seine legendäre Filmfigur „Mad Max“ nach rund 30 Jahren wiederauferstehen und zeigt den mit Spannung erwarteten neuen Teil „Fury Road“ mit Tom Hardy und Charlize Theron an der Côte d’Azur. Und Oscar-Preisträgerin Natalie Portman darf ihr Regiedebüt „A Tale of Love and Darkness“ in einer Sondervorführung vorstellen.

Auch ein Österreicher mischt sich unter das Treiben an der Croisette: Der Wiener Experimentalfilmemacher Peter Tscherkassky zeigt seinen Kurzfilm „The Exquisite Corpus“ in der renommierten Reihe „Quinzaine des Réalisateurs“ – Tscherkasskys insgesamt dritte Cannes-Uraufführung. Der deutsch-österreichische Kurzfilm „Alles wird gut“ mit Simon Schwarz wird in der Reihe „Semaine de la Critique“ zu sehen sein. (APA, jole)

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Die Filme

Bei den 68. Filmfestspielen, die von 13. bis 24. Mai in Cannes stattfinden, werden 19 Filme im Wettbewerb laufen, ein weiterer - der Eröffnungsfilm - außer Konkurrenz. In Folge ein Überblick über die Kandidaten für die Goldene Palme des Filmfestivals:

„Dheepan“ von Jacques Audiard (Frankreich)

„La loi du marche“ von Stephane Brize (Frankreich)

„Marguerite et Julien“ von Valerie Donzelli (Frankreich)

„Il racconto dei racconti“ von Matteo Garrone (Italien)

„Carol“ von Todd Haynes (USA)

„Nie yinniang““ von Hou Hsiao Hsien (Taiwan)

„Shan he gu ren“ von Jia Zhang-Ke (China)

„Umimachi Diary“ von Kore-eda Hirokazu (Japan)

„Macbeth“ von Justin Kurzel (Großbritannien)

„Saul fia“ von Laszlo Nemes (Ungarn)

„Youth“ von Paolo Sorrentino (Italien)

„Louder than bombs“ von Joachim Trier (Norwegen)

„The sea of trees“ von Gus van Sant (USA)

„Sicario“ von Denis Villeneuve (USA)

„Chronic“ von Michel Franco (Mexiko)

„Valley of Love“ von Guillaume Nicloux (Frankreich)

„La tete haute“ von Emmanuelle Bercot (Frankreich) – Außer Konkurrenz.


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