Innsbrucker Denkmal wird um 16 Opfernamen ergänzt

Im Landhaus wurde außerdem ein Buch über die Opfer des katholisch-konservativen Widerstands in Tirol 1938-1945 präsentiert.

Landesrätin Beate Palfrader sowie die Autoren Gisela Hormayr und Horst Schreiber (v.li) am Befreiungsdenkmal am Landhausplatz.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck - Das Befreiungsdenkmal am Landhausplatz wird um 16 Opfernamen ergänzt. Dies ist eines der Ergebnisse eines 500.000 Euro teuren Forschungsprojektes, das vom Land Tirol zur Aufarbeitung der NS-Geschichte initiiert und am Freitag in Innsbruck präsentiert wurde. Bereits sind 107 Namen an dem Mahnmal verewigt.

Im Landhaus Innsbruck wurde nach Angaben des Landes am Freitag außerdem ein 312 Seiten starkes Buch über die Opfer des katholisch-konservativen Widerstands in Tirol 1938-1945 präsentiert. „Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten“ - mit diesem Zitat als Titel erzählt die Historikerin Gisela Hormayr die Schicksale von Priestern und Ordensangehörigen, Deserteuren der Wehrmacht, Mitgliedern des organisierten katholischen Widerstands und von Menschen, die aufgrund ihrer Hilfe für andere während der Zeit des Nationalsozialismus in Tirol verfolgt und ermordet wurden.

Zentrale Akteure um Gauleiter Franz Hofer

Das Forschungsprojekt „Tiroler Trachtenpraxis im 20. und 21. Jahrhundert“ der Tiroler Landesmuseen (Tiroler Volkskunstmuseum) und der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie) untersucht neben der Geschichte von Trachtenvereinen und -sammlungen auch die Bedeutung von Trachten in Tourismus und Politik. Der Fokus liegt auf der von Gertrud Pesendorfer von 1939 bis 1945 geleiteten „Mittelstelle Deutsche Tracht“ am Tiroler Volkskunstmuseum und ihrer Wirkungsgeschichte nach 1945.

Die zweite Untersuchung geht den Fragen nach, wie mit kulturpolitischen Maßnahmen im Gau Tirol-Vorarlberg von 1938 bis 1945 eine neue, nationalsozialistische Identität entwickelt werden sollte, wer die zentralen Akteure rund um Gauleiter Franz Hofer waren und wie insbesondere die Südtirolfrage und das religiöse Brauchtum für den Nationalsozialismus instrumentalisiert wurden. Das Forschungsprojekt wird vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck durchgeführt. (APA)

TT-ePaper gratis testen und 20 x € 100,- Einkaufsgutscheine gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch


Kommentieren


Schlagworte