2014 besaßen Ausländer heimische Staatsanleihen für 215 Mrd. Euro

Wien (APA) - Ende 2014 waren österreichische Staatsanleihen im Wert von 215 Md. Euro in ausländischer Hand, Gläubiger sind hauptsächlich Fin...

Wien (APA) - Ende 2014 waren österreichische Staatsanleihen im Wert von 215 Md. Euro in ausländischer Hand, Gläubiger sind hauptsächlich Finanzinstitutionen. Sie halten etwa drei Viertel des gesamten Bestands (Marktwert: 286 Mrd. Euro zum Ultimo 2014). „Der Auslandsmarkt ist für die österreichische Staatsfinanzierung ungebrochen wichtiger als der Inlandsmarkt“, schreibt die Notenbank zur Leistungsbilanz.

Zu Marktpreisen hatten sich die Bestände seit Ende 2006 um das 1,7-fache erhöht. Der Nominalwert der Staatsbonds bzw. der Staatssektor-Finanzierungen lag Ende 2014 bei 250 Mrd. Euro.

Vom Marktwert aller dem „Staat“ zugeordneten Anleihen von 286 Mrd. Euro waren 274 Milliarden direkte Bundesanleihen bzw. den Republiksschulden zugerechnete Bondfinanzierungen, und der Rest entfällt auf Länder und Gemeinden.

Zur Gruppe Bund zählen u.a. auch Anleihen von BIG oder ÖBB. Vor allem seit im Spätherbst 2014 die ehemalige Hypo Alpe Adria zur Bad Bank Heta umgewandelt sind, hat dies einen signifikanten Sprung in der Staatsschuld verursacht: Da wanderten die Heta-Bonds auch technisch in den Bestand der Republik - unabhängig von der Garantie des Landes Kärnten. Der Marktwert der Heta-Anleihen ist markant gesunken, auf aktuell etwas über 5 Mrd. Euro.

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Anleihen von Landeshypothekenbanken sind, selbst wenn sie zur Gänze einem Bundesland gehören, nicht in den Länder-Anleihestatistiken und damit auch nicht beim Sektor „Staat“, sondern im Segment Banken.

Dass bei Ausländern österreichische Staatstitel so hoch im Kurs stehen, ist für OeNB-Vizegouverneur Andreas Ittner „erfreulich“, wie er heute unter Verweis auf die 215 Mrd. Euro sagte.

Misstrauensbekundungen aus Deutschland, wo Banker Österreich beinahe täglich wegen des Umgangs mit Heta-Anleihen (Schuldenschnitt, Moratorium) scharf kritisieren, wollte Ittner am Freitag nicht wirklich kommentieren. Überrascht zeigte er sich, dass deutsche Banker zuletzt auch die EZB attackierten, die von den von ihr beaufsichtigten Instituten will, mindestens 50 Prozent auf Heta-Papiere abzuschreiben.

Ganz generell werde die Beurteilung der Schuldner nach der Qualität, die früher kaum eine Rolle gespielt habe, nun relevanter, meinte Ittner. „Nun wird jeder Schuldner nach seiner Leistungsfähigkeit beurteilt.“ Deshalb werde auch über eine mögliche stärkere Risikogewichtung in den Bilanzen diskutiert. Das werde sich naturgemäß auf Österreich und auch die Untereinheiten des Staates auswirken.

~ WEB http://www.oenb.at/

www.heta-asset-resolution.com ~ APA388 2015-05-08/14:04


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