70 Jahre Kriegsende - IKG für Neuausrichtung der Gedenkkultur

Wien (APA) - Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) hat am Freitag begrüßt, dass am 8. Mai das „Fest der Freude“ gefeiert wird und nicht meh...

Wien (APA) - Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) hat am Freitag begrüßt, dass am 8. Mai das „Fest der Freude“ gefeiert wird und nicht mehr Burschenschafter am Heldenplatz die Niederlage der Nationalsozialisten bedauern. Gleichzeitig trat IKG-Präsident Oskar Deutsch in einer Aussendung für eine Neuausrichtung der Gedenkkultur ein.

Deutsch forderte eine Lösung hinsichtlich der Neugestaltung der Krypta sowie des Weiheraumes am Äußeren Burgtor. „Im Weiheraum sollte nicht nur der politisch Verfolgten, der Widerstandskämpfer und Partisanen, sondern auch der in den Konzentrationslagern Ermordeten gedacht werden. Dies sollte der Ort sein, an dem künftig in- und ausländische Politiker Kränze niederlegen“, schlug der IKG-Präsident vor.

Die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig rief zum 70. Jahrestag der Kapitulation des NS-Regimes dazu auf, die Werte der Freiheit und der Demokratie mit allen Mitteln zu verteidigen. „Leider nehmen rassistische, rechtsextreme und antisemitische Übergriffe in Österreich und in Europa stetig zu“, erinnerte Glawischnit an Hakenkreuz-Schmierereien, zerstörte Mahnmale oder aber auch offen gezeigte Hitlergrüße bei der PEGIDA-Demo in Wien. „Es muss alles unternommen werden, um diesen extremen und antidemokratischen Tendenzen entgegenzuwirken. Das sind wir nicht nur der Vergangenheit sondern auch der Zukunft Europas schuldig“. Der Klubobmann der Wiener Grünen, David Ellensohn, rief ebenso wie die Österreichische Hochschüler_innenschaft dazu auf, den 8. Mai zu einem Feiertag zu machen.

NEOS-Obmann Matthias Strolz meinte, der 8. Mai, der den Opfern des zweiten Weltkrieges und des NS-Regimes gewidmet sei, „soll für uns alle ein Mahnmal gegen Fremdenhass, Verhetzung und Extremismus sein. Nie wieder.“

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SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos zeigte sich empört darüber, dass FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache dem heutigen Staatsakt anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes ferngeblieben sei. „Bisher habe ich von Strache und seiner Partei keinen Mucks zum Tag der Befreiung oder zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit vernommen. Das ist einer Parlamentspartei unwürdig und zeugt bei der Strache-FPÖ von Unverbesserlichkeit.“ Hinsichtlich des Hackangriffs auf die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen erwartet sich Darabos eine lückenlose Aufklärung.


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