70 Jahre Kriegsende - Slowakei gedachte der Opfer

Bratislava/Liptovsky Mikulas (APA) - Mit einer zentralen Nationalen Gedenkfeier, Kranzniederlegung und Militärsalven hat auch die Slowakei a...

Bratislava/Liptovsky Mikulas (APA) - Mit einer zentralen Nationalen Gedenkfeier, Kranzniederlegung und Militärsalven hat auch die Slowakei am Freitag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa und der Befreiung des Landes von der faschistischen Besatzungsmacht vor 70 Jahren gedacht. Staatspräsident Andrej Kiska und Ministerpräsident Robert Fico hoben dabei einheitlich den Verdienst von Soldaten der Befreiungsmächte hervor.

„Unser Dank gehört Soldaten der sowjetischen Armee, Russen, Ukrainern, aber auch den Verbündeten aus den USA, Großbritannien, Rumänien, Frankreich und vielen anderen Ländern,“ sagte Kiska am Soldatenfriedhof Haj-Nicovo im nordslowakischen Liptovsky Mikulas vor versammelten Verfassungsträgern, zahlreichen Gästen, Diplomaten, Kriegsveteranen und tausenden Schaulustigen.

Auf dem Friedhof sind über 1.300 tschechoslowakische Soldaten bestattet, die unter den insgesamt nahezu 5.000 Gefallenen der zweimonatigen Befreiungskämpfe um die Stadt waren. Der Kampf um Liptovsky Mikulas gehört wegen seiner Intensität und großen Zahl an Opfern zu den schlimmsten im zweiten Weltkrieg in der Slowakei. Die Metropole der nordslowakischen Region Liptov wurde erst am 4. April 1945, demselben Tag wie die Hauptstadt Bratislava, befreit.

Die Slowaken dürften die Kriegsopfer und Gräueltaten des Faschismus „niemals vergessen“, betonte auch Ministerpräsident Fico. Erneut hob er hervor, es sei unwürdig, aus den Kriegsende-Feiern ein politisches Thema zu machen: „Beleidigen wir nicht die Opfer, dank derer wir in Frieden und Freiheit leben können“, meinte Fico. „Niemand kann bezweifeln, dass die Rote Armee den größten Beitrag zur Befreiung unseres Landes geleistet hat“, erklärte der Sozialdemokrat. Kiska und Fico legten anschließend gemeinsam Kränze am Gefallenendenkmal des Friedhofs nieder.

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Bereits in den Morgenstunden hatte Präsident Kiska „Kerzen der Erinnerung“ zur Ehrung aller Soldaten, die bei der Befreiung der Slowakei ihr Leben opferten, am Gefallenendenkmal Dukla in der Ostslowakei angezündet. Am Vortag hatte er alle Slowaken aufgefordert sich dieser „Gedenk-Tour“ anzuschließen: „Kein einziges Soldatengrab soll am Freitag ohne angezündete Kerze bleiben“, unterstrich der Staatschef. Nach dem Zwischenstopp in Liptovsky Mikulas soll seine Rundreise über mehrere Soldatenfriedhöfe am größten Gefallenendenkmal der Slowakei, dem Slavin in Bratislava, enden.

Premier Fico, der schon am Donnerstag an Kriegsende-Feierlichkeiten in Polen teilgenommen hatte, ist nach den zentralen Feiern in der Slowakei direkt nach Moskau abgereist. Anders als Kiska, der sich wegen dem Ukraine-Konflikt für eine Soldatenehrung im Inland entschlossen hatte, will Fico in der russischen Hauptstadt einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten niederlegen und an einem Empfang, zu dem Präsident Putin geladen hatte, teilnehmen. Während der Militärparade auf dem Roten Platz will Fico allerdings „bilaterale Gespräche“ mit dem ebenfalls anwesenden tschechischen Präsidenten Milos Zeman führen.


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