Aliyev-Prozess - Opfervertreter weisen Richter-Zweifel zurück

Astana/Wien (APA) - Die Opfervertreter im Aliyev-Prozess haben Zweifel des vorsitzenden Richters Andreas Böhm an der Anklageschrift zurückge...

Astana/Wien (APA) - Die Opfervertreter im Aliyev-Prozess haben Zweifel des vorsitzenden Richters Andreas Böhm an der Anklageschrift zurückgewiesen. In einem am Freitag der APA übermittelten neunseitigen Schreiben nahm die Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner (LGP) erneut zu der Entscheidung Stellung, die zur Entlassung der beiden Hauptangeklagten in dem kasachischen Mordfall aus der U-Haft führte.

Die Anwälte des Vereins „Tagdyr“, der die Hinterbliebenen zweier ermordeter Bankmanager vertritt, wiesen etwa die Begründung des Richters für die Enthaftung zurück, nach der die Beeinflussung der kasachischen Zeugen durch die Behörden des diktatorisch regierten Staates nicht ausgeschlossen werden könne. Die Vorwürfe seien nicht neu und auch das Oberlandesgericht (OLG) Wien habe festgestellt, es handle sich dabei um „reine Spekulation“, hieß es von LGP.

Im Bezug auf möglicherweise manipulierte Rufdaten aus Kasachstan heißt es in dem Schreiben der Opferanwälte, in einem Bericht des Bundeskriminalamts vom 30. März 2015 sei von einer „hohen Stimmigkeit der Daten“ die Rede gewesen. Auch habe das OLG bestätigt, dass die den Angeklagten Alnur Mussayev belastenden Rufdaten „offenkundig nicht manipuliert“ seien.


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