Prozess im Mordfall Etan Patz in New York geplatzt

New York (APA/dpa) - Der Prozess um eines der spektakulärsten Verbrechen der amerikanischen Kriminalgeschichte ist geplatzt: Rund 36 Jahre n...

New York (APA/dpa) - Der Prozess um eines der spektakulärsten Verbrechen der amerikanischen Kriminalgeschichte ist geplatzt: Rund 36 Jahre nach dem Verschwinden des sechsjährigen Etan Patz hat ein Richter das Gerichtsverfahren am Freitag in New York ergebnislos abgebrochen. Die zwölfköpfige Jury hatte Medienberichten zufolge zuvor erklärt, dass sie sich trotz wochenlanger Beratungen nicht auf ein Urteil einigen könne.

Angeklagt war ein 54 Jahre alter Mann, der nach seiner Festnahme 2012 zunächst erklärt hatte, den kleinen Buben 1979 auf seinem Weg zum Schulbus getötet zu haben. Kurz darauf zog er sein Geständnis jedoch wieder zurück. Während die Staatsanwaltschaft den Angeklagten wegen Mordes verurteilen wollte, beteuerten dessen Verteidigerin seine Unschuld. Ihr Mandant sei psychisch krank und habe das Geständnis nur unter Druck der Polizei abgegeben.

Die Leiche des kleinen Buben war nie gefunden worden. 2001 erklärte ein Richter ihn für tot. Die Tat hatte damals eine Großfahndung ausgelöst und die USA in Angst und Schrecken versetzt. Mit Fotos auf Milchkartons wurde nach Etan gesucht und sein Gesicht brannte sich in das kollektive Gedächtnis Amerikas ein. Sein Fall gilt bis heute vielen Eltern in den USA als Warnung, ihre Kinder nicht allein auf die Straße zu lassen.


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