USA fordern UNO-Untersuchung zu Missbrauchsvorwürfen in Zentralafrika

New York (APA/AFP) - Die USA verlangen eine Untersuchung zum Umgang der Vereinten Nationen mit den Missbrauchsvorwürfen gegen französische S...

New York (APA/AFP) - Die USA verlangen eine Untersuchung zum Umgang der Vereinten Nationen mit den Missbrauchsvorwürfen gegen französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik.

Es müsse „schnell“ eine unabhängige Untersuchung geben, um zu klären, wann die zuständigen Stellen über die Vorwürfe informiert wurden und wie schnell sie darauf reagierten, sagte Washingtons UNO-Botschafterin, Samantha Power, am Freitag (Ortszeit) in New York. Alle, die bei der UNO und in den einzelnen Ländern mit den „schweren und grotesken Vorwürfen“ befasst gewesen seien, müssten Auskunft geben.

In einem UNO-Bericht, den die britische Zeitung „The Guardian“ enthüllt hatte, sind die Aussagen von sechs zentralafrikanischen Kindern im Alter zwischen neun und 13 Jahren festgehalten, die schwere Vorwürfe gegen am Flughafen der Hauptstadt Bangui eingesetzte französische Soldaten erheben. Demnach wurden dort zwischen Ende 2013 und Juni 2014 mehrere Kinder sexuell missbraucht. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation, die den Bericht an den „Guardian“ weitergegeben hatte, werden auch mehrere Soldaten aus dem Tschad und aus Äquatorialguinea beschuldigt.

UNO-Sprecher Stephane Dujarric sagte am Freitag, für die Opfer der mutmaßlichen Vergewaltigungen sei es nun am wichtigsten, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Irgendwann werde aber „die Zeit kommen“, um auch den Umgang mit den Vorwürfen zu untersuchen.

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Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte bereits im Juli 2014 Vorermittlungen eingeleitet, nachdem der UNO-Bericht an sie weitergeleitet worden war. Bis heute wurde aber weder eines der in dem UNO-Bericht zitierten Kinder befragt, noch einer der beschuldigten Soldaten. Am Donnerstag leitete die Staatsanwaltschaft dann eine sogenannte richterliche Voruntersuchung wegen Vergewaltigung Minderjähriger und Mittäterschaft ein. In dem Skandal ist wiederholt der Vorwurf laut geworden, Frankreich habe die Vergewaltigungsanschuldigungen vertuschen wollen. Paris bestreitet das vehement.

Frankreich hatte im Dezember 2013 einen Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik gestartet, um nach dem Putsch gegen Staatschef Francois Bozize die tödliche Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen zu beenden und die Zivilbevölkerung zu schützen. Seit September 2014 ist eine UNO-Blauhelmmission im Einsatz.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA036 2015-05-09/08:27


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