AC/DC unter Strom: 75.000 Fans beim Auftakt der Deutschlandtour

Nürnberg (APA/dpa) - Alt, aber sicher nicht leise: Die legendäre Hardrockband AC/DC dreht auch nach mehr als 40 Jahren im Showgeschäft noch ...

Nürnberg (APA/dpa) - Alt, aber sicher nicht leise: Die legendäre Hardrockband AC/DC dreht auch nach mehr als 40 Jahren im Showgeschäft noch voll auf. Zwei Stunden lang rockten die Australier zum Auftakt ihrer Deutschlandtour am Freitag in Nürnberg - und 75.000 Fans jubelten ihnen auf dem Zeppelinfeld begeistert zu. Am Donnerstag ist dann Österreich an der Reihe, wenn in Zeltweg rund 100.000 Menschen erwartet werden.

Gleich mit dem ersten Lied gab die Band die Richtung des Abends vor: „Rock or Bust“ (Rocken oder Kaputtgehen). Es ist der Titelsong des neuen Albums, das Ende vergangenen Jahres erschien und wie gewohnt von schnellen Gitarrenriffs und einem rumpelnden Beat geprägt ist. Neben neuen Stücken spielte die Band live auch zahlreiche Klassiker, darunter „TNT“, „Hells Bells“ und natürlich „Highway to Hell“.

Fünf Musiker standen auf der Bühne, aber nur zwei davon im Rampenlicht: Sänger Brian Johnson mit seiner unverwechselbaren Falsettstimme sowie Leadgitarrist Angus Young, der wie immer sein Markenzeichen trug: eine Schuluniform. In knallrotem Sakko mit kurzer Hose und passender Krawatte, weißen Strümpfen und einem dicken Pflaster auf dem Knie erinnerte Young auf diese Weise daran, dass er als Jugendlicher die Schule schmiss, um sich fortan der Musik zu widmen.

Und das außerordentlich erfolgreich: Mit mehr als 200 Millionen verkauften Alben weltweit gilt AC/DC als eine der ganz großen Bands der Musikgeschichte. Gegründet wurde sie 1973 von Angus und seinem Bruder Malcolm. Auf dieser Tournee ist Malcolm erstmals nicht mehr dabei: Der 62-Jährige leidet an Demenz und ist deshalb im Herbst endgültig aus der Band ausgeschieden. Stattdessen spielt Stevie Young, ein Neffe der beiden Gründungsmitglieder, die zweite Gitarre.

Noch einer aus der Stammbesetzung fehlte auf der Bühne: Schlagzeuger Phil Rudd. Er muss sich aktuell in Neuseeland wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes vor Gericht verantworten. Nach einem Geständnis wurde er bis zur Urteilsverkündung Ende Juni gegen Kaution freigelassen. Das Aufmerksamkeit erregende Verfahren ist nicht der einzige Kummer, den Rudd seinen Bandkollegen machte. Schon bei den Aufnahmen zum neuen Album gab es eine Menge Ärger, wie Angus Young in einem Interview geschildert hat. Auf der aktuellen Tournee drischt nun Chris Slade auf das Schlagzeug ein, neben ihm steht Langzeit-Bassist Cliff Williams.

Den Routiniers merkte man keine der Umwälzungen an. Vor allem Angus Young gab alles, tobte mit seinen 60 Jahren über die Bühne als gäbe es kein Morgen. Die licht gewordenen Haare klebten ihm am Gesicht, Schweiß strömte über den nackten Oberkörper, und dennoch hüpfte und rannte und sprang er ohne Pause - und spielte selbst noch zappelnd auf dem Rücken liegend sein Solo fehlerfrei weiter. Young forderte die Fans immer wieder zu noch mehr Jubel auf, badete in der Aufmerksamkeit und genoss die Stimmung: „High Voltage“ als Lebenselixier von AC/DC.

(S E R V I C E - www.acdc.com; weitere Infos zum Österreich-Konzert von AC/DC am 14. Mai unter: www.acdc-spielberg.at)


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