Empfindlicher Rückschlag bei Lösungsfindung im Kosovo-Konflikt

Belgrad (APA/dpa) - Die jahrelangen Bemühungen der EU um eine Lösung des Kosovo-Konflikts haben einen empfindlichen Rückschlag erlitten. „Se...

Belgrad (APA/dpa) - Die jahrelangen Bemühungen der EU um eine Lösung des Kosovo-Konflikts haben einen empfindlichen Rückschlag erlitten. „Serbien weist die geheimen Bedingungen der EU zurück!“, titelte die Regierungszeitung „Novosti“ am Samstag in Belgrad.

Die Forderungen Brüssels, Serbien müsse eine internationale Telefonvorwahl für seine frühere Provinz ermöglichen und die gesperrte Brücke über den Fluss Ibar in Mitrovica im Norden des Kosovo öffnen, seien unerfüllbar, berichtete das Blatt unter Berufung auf „Quellen in unserer Staatsspitze“.

Auch die angebliche EU-Forderung, die zu zwei Dritteln im Kosovo und zu einem Drittel in Serbien gelegene Talsperre Gazivoda der albanisch geführten Regierung in Prishtina (Pristina) zu überlassen, werde unter keinen Umständen erfüllt, schreibt das Blatt weiter. Schon am Vortag hatte Regierungschef Aleksandar Vucic gesagt: „Gazivoda gebe ich nicht raus.“ Die EU macht die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit Serbien von Zugeständnissen Belgrads im Kosovo abhängig.

Auf der anderen Seite blockiert Prishtina die eigentlich in Brüssel verabredete Bildung der „Gemeinschaft serbischer Gemeinden“ im Kosovo. Darin sollen alle Kommunen zusammengefasst werden, die eine serbische Mehrheit besitzen. Die Serben stellen in ganz Kosovo etwa zehn Prozent der Bevölkerung. 90 Prozent sind Albaner.

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