70 Jahre Kriegsende - Putin marschiert an Spitze des Gedenkmarsches

Moskau (APA/AFP) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat überraschend am Samstag persönlich den Marsch im Gedenken an die Kriegsopfer in Mo...

Moskau (APA/AFP) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat überraschend am Samstag persönlich den Marsch im Gedenken an die Kriegsopfer in Moskau angeführt. Mit einem Porträt seines Vaters Wladimir, der im Zweiten Weltkrieg gegen die deutschen Truppen kämpfte, stellte sich Putin an die Spitze der rund 250.000 Menschen, die zum 70. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland durch die russische Hauptstadt marschierten.

Der 62-Jährige sagte, der Marsch sei eine Würdigung der Millionen russischen Kriegstoten, aber auch ein Zeichen der Stärke Russlands. „Es spricht auch von unserem Selbstbewusstsein, dem Vertrauen in unsere Stärke und die glückliche Zukunft unserer Kinder“, sagte Putin vor Journalisten auf dem Roten Platz. „Ich denke, dass mein Vater wie Millionen einfacher Soldaten, und er war ein einfacher Soldat, jedes Recht hatte, über diesen Platz zu gehen.“ Der Gedenkmarsch zog erst die zentrale Twerskaja-Straße hinauf, bevor er den Roten Platz vor dem Kreml erreichte. Putin hatte dort am Vormittag zum „Tag des Sieges“ eine riesige Militärparade mit mehr als 16.000 Soldaten abgenommen.

Putin selbst wurde erst nach dem „Großen Vaterländischen Krieg“ geboren. Nach eigenen Angaben erzählten seine Eltern aber regelmäßig am Esstisch von ihren Kriegserlebnissen. Wie Putin in Interviews und seiner Biografie berichtete, diente sein Vater Wladimir in einer Sabotageeinheit und wurde bei Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, verwundet. Seine Mutter überlebte nur knapp die jahrelange Belagerung der Großstadt, bei der hunderttausende Menschen an Hunger und Krankheiten starben, darunter Putins Bruder Viktor.


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