Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.09.2016


Bikes

Bayerisches Allround-Talent

BMWs Maxi-Scooter im Fahrbericht: BMW C 650 GT

© LetznerViel Komfort und überzeugende Fahrleistungen machen den BMW C 650 GT zum König der Stadt und für Touren interessant.



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Maxi-Scooter: Sie sind die wahren Helden der Großstadt, trotzen jedem Verkehrsinfarkt, passen in jede Parklücke und dank ordentlichem Wind- und Wetterschutz kommt man auch im edlen Zwirn und mit gepflegten Schuhen sicher ins Büro. Nun kann man freilich darüber diskutieren, ob Innsbruck als Großstadt durchgeht. Wohl eher nicht. Dennoch sind die Qualitäten eines Großrollers auch hierzulande einiges wert, weshalb wir BMWs überarbeiteten C 650 GT kürzlich etwas genauer unter die Lupe nahmen.

Schon im Stand merkt man: Im Vergleich zum Vorgänger hat sich hier einiges getan. Mehr Verkleidung (vor allem die Seitenverkleidung wurde kräftig überarbeitet), mehr Stauraum und mehr Platz für Fahrer und Sozius. Das alles macht sich aber auch beim Gewicht bemerkbar, denn mit 273 Kilogramm Eigengewicht ist der 650 GT kein Leichtgewicht. Das offenbart sich allerdings nur beim Blick ins Datenblatt. In der Praxis fällt das Gewicht dank des niedrigen Schwerpunktes und des kleinen Wendekreises kaum auf. Mühelos lässt sich BMWs Doppelwhopper im Gewusel der Stadt bewegen, mühelos an den Autos, Verkehrsinseln und Parkbollern vorbeizirkeln. Dort offenbaren sich dann auch die Neuerungen von BMWs Maxi-Roller, die von der Verkleidung verborgen sind. Unter der schnittigen Karosserie des 650 GT arbeitet mit dem 647-Kubik-Zweizylinder zwar ein alter Bekannter, das CVT-Getriebe wurde allerdings mittels geänderter Rollen, Federn, Kupplungsbeläge und Übersetzung völlig überarbeitet. Nach wie vor leistet das Aggregat satte 60 PS und schickt maximal 63 Nm an das hintere Rad, bekam für 2016 aber ein Euro4-Mapping spendiert.

In die Praxis übersetzt heißt das, dass der C 650 GT jetzt auch den Ampelstart gekonnt meistert. Während sein Vorgänger etwas zaghaft aus den Puschen kam, geht der Neue jetzt deutlich ambitionierter ans Werk. Die überarbeitete Fliehkraftkupplung packt nun deutlich früher zu und lässt Großroller jetzt auch premium-mäßig aus Spitzkehren ziehen. Oben herum hatte der Großroller nämlich noch nie ein Problem. Bis zu 49 PS landen am Hinterrad des 650 GT. Zwar kostet die Variomatik etwas Leistung, sorgt aber auch bei Zwischenspurts für den optimalen Drehzahlbereich und dank der üppigen Verkleidung und des verstellbaren Windschilds werden auch Autobahnetappen zum Genuss.

Die Federrate des Fahrwerks wurde etwas verringert, was vor allem der Stabilität zugutekommt. Einfach nur Gas geben, ohne Kuppeln und Schalten macht den Kopf frei und man kommt garantiert entspannt ans Ziel. Dort ist man dann vor allem über den Stauraum unter der Sitzbank überrascht. Problemlos kann man Jacke, Laptop und Helm (im Topcase) verstauen.

Punkten kann der C 650 GT auch in punkto Sicherheit: Neben serienmäßigem ABS und ESC war in unserem Fall auch ein Side-View-Assist mit an Bord, welcher den toten Winkel des Scooters überwacht und so beim Spurwechsel unterstützt.

Zu haben ist der 650 GT übrigens ab 11.850 Euro, für entsprechende Extras wurden in unserem Fall noch einmal 1293 Euro fällig.




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