Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.06.2017


Citroën

Ein Kubus mit vielen Rundungen

Citroën hat sich mit seinem nächsten Sport Utility Vehicle viel Zeit gelassen. Der C3 Aircross setzt auf unverwechselbares Design und bewährte Technik.

Mit dem C3 Aircross will Citroën endlich im SUV-Revier erfolgreich sein.

© HerstellerMit dem C3 Aircross will Citroën endlich im SUV-Revier erfolgreich sein.



Von Stefan Pabeschitz

Paris – Adieu Picasso, bonjour Aircross. Der Minivan mit dem malerischen Namen hat ausgedient, die Vorlieben des Marktes haben auch den bisherigen SUV-Muffel Citroën davon überzeugt, dass die Hochsitzer künftig eine zentrale Rolle in der Markenstrategie haben sollen. In französisches Selbstbewusstsein gepackt heißt das: „Wir sind nicht die Ersten, aber wir haben von den anderen gelernt, es besser zu machen.“

Zumindest in Sachen Individualität scheint der C3 Aircross diese Vorgabe zu erfüllen. Im Design setzt er auf dieselben Attribute wie der im April auf der Shanghai Motor Show gezeigte, größere Bruder C5 Aircross, der jedoch erst 2018 in Europa angeboten wird. So fallen auch an dem kleineren City-SUV vor allem die kurzen Überhänge auf, dank derer er mit 4,15 Länge beispielsweise den Fiat 500X um gut zehn Zentimeter unterbietet – trotz geringfügig größerem Radstand des Franzosen.

Citroën hat seine SUV-Interpretation als stämmigen Kubus umgesetzt, mit vielen Rundungen entschärft, bullig, aber nicht aggressiv wirkend. Vorne dominieren vertikale Linien, der Citroën-Schmäh mit den hoch angesetzten, schmalen Tagfahrlichtern und den eigentlichen Scheinwerfern darunter wird noch präsenter weitergespielt. Statt auf Kunststoffpanele an den Flanken wie beim C3-Pkw setzt der Aircross auf massive Beplankungen von Schwellern und Radläufen sowie Stoßfänger mit Unterfahrschutz-Optik. Seitlich dominiert eine hohe Schulterlinie, die im Verlauf nach hinten sogar noch eine Stufe ansteigt. Die Verglasung ist eher schmal gehalten, ein Pracht-Popo rundet den bulligen Gesamteindruck ab. Mit 410 bis 1289 Litern Ladevolumen reiht sich das französische Hochbein in dieser Disziplin weit oben im Segment ein.

Auch im Innenraum dominieren knubbelige Formen als lockere Interpretation des SUV-Themas. Die Materialien sind simpel, ohne deswegen billig zu wirken, vom Lenkrad über den Schaltknüppel bis zu den Türgriffen fühlt sich alles solide und auch so knuffig an, wie das Äußere es suggeriert. Die analogen Zeigerinstrumente mit TFT-Display dazwischen sind hochwertig ausgeführt und gut abzulesen, das Infotainment-System ist optional bis zu einem mittig quer verbauten 7-Zoll-Touchscreen aufrüstbar. Die Navigation wird online statt onboard sein, also vom Android- oder Apple-Smartphone auf das Display eingespielt. Optional wird auch ein Head-up-Display angeboten. Besonders viel Wert legt Citroën auf die Individualisierung: Mit fünf Wahlmöglichkeiten beim Interieur, Bi-Color-Option bei der Lackierung und vier Style-Paketen bringt es der Aircross auf 90 unterschiedliche Varianten.

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17,5 Zentimeter Bodenfreiheit sind für urbane SUVs ein guter Mittelwert – selbst Volvos neuer XC60 kommt mit etwa gleich viel aus. Als 4WD wird der Aircross nicht angeboten, die fünffach verstellbare, konzerneigene Traktionskontrolle Grip Control samt Bergabfahr-Assistent sollten aber für die Widrigkeiten des Stadtverkehrs und auch so manchen Güterweges ausreichen. Die Bodenplatte teilt sich der Aircross mit dem ebenfalls erst unlängst präsentierten Opel Crossland X, auch beim Motorenangebot sind die beiden Modelle identisch: drei Benziner, alle mit drei Zylindern zu 82, 110 und 130 PS, dazu zwei Vierzylinder-Diesel mit 100 und 120 PS. Aus unerfindlichen Gründen wird nur für das mittlere Benzinaggregat eine Sechgang-Automatik angeboten, für die jeweils schwächsten Motoren sind manuelle Fünfganggetriebe vorgesehen, die stärkeren können sechsgängig handgeschalten werden. Eine Preisliste für den Verkaufsstart im Herbst liegt noch nicht vor, sie dürfte aber etwa bei 15.000 Euro beginnen.




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